Von Ernſt Willkomm. 43
henden auf dieſe Frage Simon vom Moor.„Ich beſitze nicht viele Dinge von großem Werth, und eher ſchenken mir die Leute etwas, als daß ſie mir meine eßer in geringe Habe entwenden. Weil ich alſo Diebe nicht zu frchten brauche, rte alte pflege ich mein Haus ſelten zu verſchließen. Am Tage des unglüͤcklichen werden. Ereigniſſes hatte ich dies ebenfalls unterlaſſen, und da hat denn der Mann, Außer dem ſein Gewiſſen länger keine Ruhe läßt, ſich die Windbüchſe geliehen, ung bei. ohne mich zu fragen. Zurückbringen konnte er ſte nicht wieder, denn die r, ſon⸗ Diener des Gerichtes kamen ihm wie mir zuvor.“ machen Gonthal bemerkte, daß Simon das Sprechen ſchwer fiel, auch die Ge⸗ ſichtsfarbe des ſonderbaren Mannes verwandelte ſich. Sein Antlitz glich dem Bonthal einer fahlen Bronceſtatue.„Ich bedaure,“ fuhr der Gerichtsdirektor fort, mit die„Ihnen anzeigen zu müſſen, daß ich Sie nicht entlaſſen kann, bis ich weiß, Strafe ob Ihre ſo eben gemachten Ausſagen wirklich etwas mehr als Phantaſieen hümlich ſind.“— Simon lächelte.„Ich habe Zeit,“ antwortete er,„wenn auch erblickte nicht mehr zum Leben.“ den Ge⸗ Adalbert flüſterte dem Gerichtsdirektor einige Worte zu, worauf Gon⸗ tuirend: thal dem Gefangenen einen Seſſel bringen ließ. Simon vom Moor nahm ſt.— in demſelben Platz. Seine hohe Geſtalt brach mehr und mehr in ſich ſelbſt Haber⸗ zuſammen.— Gonthal zog ſeine Uhr und legte ſie vor ſich auf den Tiſch. her den„In vier Minuten iſt die Stunde um,“ ſprach Simon,„die Glocke am 1 Schloßthor wird aber ſehr bald heftig angezogen werden.“ Simon Wieder vergingen einige Minuten in bangem, dumpfem Schweigen, daß Sie da erklang die Glocke in grellen, haſtigen Schlägen.„Er kommt, mich ab⸗ ich die⸗ zulöſen,“ ſprach Simon matt,„die Augen ſchließend.—„Simon,“ ſagte Adalbert,„ich, der Herr und Gebieter von Moosburg, befehle dir jetzt, den rerſchüit⸗ Namen des Mannes zu nennen, der ſich als Mörder des Regimentschirurgus vos ſtellen will!“—„Als Mörder nicht,“ erwiderte dieſer.„Die Büchſe ging Stunde ihm los, weil er ſie nicht zu handhaben verſtand, mit Abſicht und noch dazu acben.“ mit der Abſicht, jemand zu tödten, drückte er das Gewehr nicht ab.“ ich falbſt Auf dem Korridor hörte man Schritte.—„Den Namen des Mannes, Er läug⸗ den du erwarteſt, will ich wiſſen!“ rief Adalbert ſtrenger.—„Es iſt der rulher Todtengräber Peter Laſſen,“ ſagte Simon vom Moor.„Er würde früher ahrm gekommen ſein, hätte er nicht vorher noch ein Gkab graben müſſen. Er weiß n 6 freilich nicht, für wen, aber es ließ ihm doch keine Ruhe.“— Die Thür „ 4 ging auf und der Bezeichnete trat ins Verhörzimmer. Um die Schulter hing ntate?
ihm an ledernem Riemen die Windbüchſe des unheimlichen Mannes. 7
fzt„Ich melde mich als Arreſtant, Herr Gerichtsdirektor,“ ſprach Peter per


