Jahrgang 
4 (1859)
Einzelbild herunterladen

Von Ernſt Willkomm. 41 Sarg am Tage der Beerdigung des Regimentschirurgus, der mehr aus Neugierde, ſenken, als aus wirklicher Theilnahme eine große Menſchenmenge beiwohnten, fielen ige des Aeußerungen, die einen verzweifelten Entſchluß ankündigten. Es war gar nicht ſo unwahrſcheinlich, daß die ſtark Eraltirten den Verſuch machten, ihren laub's Retter aus mancher Noth mit Gewalt zu befreien. Einen gewaltſamen An⸗ Kno⸗ griff auf Moosburg abzuſchlagen, fehlte es in dem alten Schloſſe ſelbſt an Stock jeder Vorkehrung. Außer einigen Büchſen und Hirſchfängern hatte man gar direktor keine Waffen. Adalbert war keine kriegeriſche Natur, Beatrix die Friedens⸗ hm den liebe ſelbſt, und Gonthal trug ſich mit Bedenken gar eigener Art, die auch erichts⸗ nicht geeignet waren, den Muth zu ſtählen. Am meiſten fürchtete er ein plötzliches Ableben des Verhafteten. Was aber würde die ohnehin ſchon auf⸗ nahm geregte Volksmenge geſagt haben, wenn ſich plötzlich die Kunde von Simons nicht. Tode verbreitete! Es ließ ſich vorausſehen, daß ein ſolches Ereigniß die Weg furchtbarſten Folgen haben konnte; denn die Erhitzten würden ſich eingeredet deg lag haben, der unbequeme Mann ſei in aller Heimlichkeit beſeitigt worden, nur e ſagte um ihn los zu werden. inheim⸗ Gonthal gab ſich deßhalb die größte Mühe, Simon durch freundliches wenn Zureden zu einer Ausſage zu bewegen, die ihn veranlaſſen konnte, den Ge⸗

fangenen gegen Handgelöbniß wieder auf freien Fuß zu ſetzen. Der ſonder⸗ bare Mann wußte, wie Tauſende behaupteten, ſo vieles, er ſelbſt rühmte ſich der unbegreiflichſten Kenntniſſe; war es ihm da denn nicht möglich, den wahren Thäter zu nennen, falls er ſich ohne Schuld wußte? Selbſt eine falſche Angabe würde Gonthal vorläufig gern ergriffen und feſtgehalten haben, nur um Simon nicht als den wahrſcheinlichen Verbrecher in Haft

brſe halten zu müſſen. Er deutete dies dem Gefangenen an, dieſer aber blieb gefeuert hartnäckig bei ſeinen bereits gemachten Ausſagen.

unveiſn Von den übrigen, während des Tumultes Ergriffenen war noch weni⸗ Bahr⸗ ger zu erfahren. Die Leute traf jedenfalls nur geringe Schuld. Mehr die Neugierde und die Luſt am Skandal, als die Abſicht, dem Regimentschirur⸗ ſa un gus ein Leid zuzufügen, hatte ſie verlockt. Die eigentlichen Anſtifter des budg Lärms, der ein ſo betrübendes Ende nahm, kannten ſie nicht.

o uuhch Obwohl nun Gonthal von der Schuldloſigkeit dieſer auf gut Glück eigenen Ergriffenen ſehr bald überzeugt war, behielt er ſie doch in Haft, weil er die nolln Hoffnung hegte, es könnten die Angehörigen ſich doch vielleicht Mühe geben, Rube die ſchwer Gravirten zu ermitteln und ſie dem Amte anzuzeigen. Es blieb ⸗Vi indeß alles ruhig, nur von heimlichen Zuſammenkünften in zerſtreut liegen⸗ velche

5 den Wohnungen auf Moor und Heide erhielt Gonthal von ſeinen Spähern Schor