Jahrgang 
4 (1859)
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Von Ernſt Willkomm. 33 ährend blicke an für ſeinen erklärten Feind, und daß er wußte, er werde bei Adal⸗ wand. bert und Fräulein Beatrix wenig Unterſtützung finden, machte ihn nur noch 1 wn mürriſcher. So verſchloß er ſich denn in ſeinem Hauſe und mied Moosburg, Schlaß als ſei es ein Ort, wo ihm nie wieder wohl werden könne.

Inzwiſchen hatte Gonthal ſeine Beſuche auf dem Moor täglich wieder⸗

holt, ohne den ſeltſamen Mann jemals daheim zu treffen. Er theilte ſein

Mißgeſchick Paſtor Braun mit, deſſen Tochter dem jungen Manne ſeit jenem

Ungluͤckstage intereſſant, ja lieb geworden war. Von dieſem hörte er, Simon

1 Habermann pflege dies ſeit Jahren ſo zu machen, wenn ihm eine recht auf⸗

Brief fallende Kur gegluͤckt ſei. Allem Vermuthen nach thue er es deßhalb, um nicht

Mit⸗ gar zu ſehr von Huͤlfeſuchenden oder doch Neugierigen überlaufen zu werden.

an der Eine ganze Woche blieb Simon unſichtbar. Dann ſah man ihn plötz⸗

äftung lich wieder, die Bütte auf dem Rücken, einen langen, knotigen Stock in der

direk⸗ Hand, mit gewaltigen Schritten über Moor und Heide wandern. Gonthal

ngluͤcks erhielt Kunde von der Rückkehr des mit Sehnſucht Erwarteten und gedachte, heneſene nach Beendigung ſeiner Geſchäfte abermals das Moor zu beſuchen.

Wider Erwarten hielten eine Menge von Quisquilien den Gerichts⸗ fflicher⸗ direktor bis tief in die Dämmerung auf. Das Wetter war wieder kühl machte, geworden und ſtarker Nebel lag über der Heide. Eben als Gonthal auf⸗ ad aber brechen wollte, trat Adalbert aufgeregt bei ihm ein.Haben Sie ſchon or jetzt Meldung erhalten? fragte er haſtig.Wovon?Eine Rotte Halb⸗ croffen toller belagert das Haus des Regimentschirurgus und macht einen Lärm, ziderruf wie die Wilden. Kommen Sie! Ich hoffe, die Sache hat wenig auf ſich. uf deren Einige der Unzufriedenſten wollen ſich vermuthlich für die unnützen Schmer⸗ nicht in zen bezahlt machen, welche ſie den mediziniſchen Kenntniſſen Borſtendorns tens bei verdanken. Die Rotte heult und gröhlt, daß man es auf dem Schloßhofe

hören kann.

rufungSchade, daß es ſo ſtark nebelt, ſagte Gonthal.Es wird ſchwer Hirgend halten, die Anſtifter des Tumultes aus der Menge herauszugreifen. mmerkteGleichviel, verſetzte Adalbert.Unſer Erſcheinen, unſere Autorität wird ſich ſo die Ruhe wieder herſtellen. Nehmen Sie aber einige Gerichtsdiener mit, ar doch um die erſten beſten aus dem lärmenden Haufen zu arretiren. Ein ſcharfes am Volk Verhör derſelben wird uns dann die eigentlichen Anſtifter und Rädelsführer do vill gewiß in die Hände liefern. Sie ſollen exemplariſch beſtraft werden; denn kann Wiſen⸗ ich auch den Regimentschirurgus mit ſeinen traurig verfehlten Kuren nicht in ls duch Schutz nehmen, ſo werde ich doch auch nie dulden, daß man ihn willkürlich Auga⸗ ſeiner unglücklichen Hand wegen beſtraft und offene Volksjuſtiz übt!

Hausblätter. 1859. IV. Bd. 3