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32 Ein unheimlicher Mann.
erfüllte die Luft. Der Name Simons ſchwebte auf aller Lippen, während manches Wort der Drohung gegen Borſtendorn dazwiſchen vernommen ward. Als man ſich ſpäter nach dem wunderbaren Retter in der Noth umſah, war dieſer bereits verſchwunden. Keiner wußte, auf welchem Wege er Schloß Moosburg verlaſſen hatte.
7. Der Sturm bricht los.
Gonthal ſaß gedankenvoll in ſeinem Zimmer. Vor ihm lag ein Brief des Paſtors Braun, der in herzlichen Worten Dankſagungen und die Mit⸗ theilung enthielt, daß Eveline völlig geneſen ſei, weder Schmerzen an der bereits vernarbten Wunde empfinde, noch über Schwäche oder Entkräftung Klage führe. Am Schluſſe ward dringend gebeten, der Herr Gerichtsdirek⸗ tor, dem man dieſen glücklichen Ausgang eines anſcheinend großen Unglücks ja vorzugsweiſe mit zu danken habe, möge doch recht bald die froh Geneſene begrüßen.
Simon vom Moor hatte ſich ſeit dieſem Zwiſchenfall, der begreiflicher⸗ weiſe auf der ganzen Herrſchaft Moosburg ungeheures Aufſehen machte, nicht mehr blicken laſſen. Gonthal wollte ihn perſönlich beſuchen, fand aber die Hütte des ſeltſamen Mannes leer. Es lag dem Gerichtsdirektor jetzt daran, ſich mit Simon zu verſtändigen, ſich wegen ſeines früheren ſchroffen Auftretens zu rechtfertigen. Gleichzeitig wollte er ihm auch den Widerruf ſeines Verbotes wiederholen, dieſem aber die Bitte hinzufügen, auf deren Gewährung er ſicher rechnete, Simon Habermann möge ihn, wenn nicht in die Geheimniſſe ſeiner unerklärlichen Kunſt einweihen, doch wenigſtens bei gelegener Zeit noch einigemale zum Zeugen ſeines Handelns machen.
Borſtendorn ließ ſich ebenfalls nicht ſehen. Ihn hatte die Herbeirufung des verhaßten Quackſalbers ſchwer beleidigt, und er war, ohne ſich irgend jemand zu empfehlen, heimlich aus dem Schloſſe geſchlichen, als er bemerkte, daß niemand mehr auf ihn achtete. Daß er den ungelehrten Mann ſich ſo offen vorgezogen ſah, ja daß er gar hören mußte, wie Vrea den er doch für ſeinen Freund und Vertheidiger gehalten hatte, dieſem vor allem Volk die Erlaubniß gab, künftighin helfen, rathen und kuriren zu können, ſo viel er wolle, hatte ihn tief gekränkt. Das war eine Verachtung der Wiſſen⸗ ſchaft, eine Herabſetzung ſeiner Perſon als Arzt, die kaum anders als durch Blut geſühnt werden konnte. Gonthal galt Borſtendorn von jenem Augen⸗


