Von Ernſt Willkomm. 31 rektor nicht?“ fragte er barſch.—„Hier kann niemand helfen,“ lautete Borſten⸗ och!” dorns Antwort.— Sogleich bog ſich Gonthal über das Geländer des Bal⸗ Ge⸗ kons.„Ich bitte Sie dringend, Simon Habermann, kommen Sie herauf!“ de zu ſprach er.„Ich nehme freiwillig mein Verbot zuruͤck. Und ihr alle, die ihr ſetzte hier verſammelt ſeid,“ fuhr er zu der Menge im Schloßhofe gewandt fort, iſige„ihr alle hört es: wenn Simon im Stande iſt, die unglückliche Jungfrau zu Ver⸗ retten, ſo ſoll er euch von heute an rathen und helfen, ſo oft und viel er will!“ mein Ein Jubelruf erfüllte die Luft, hundert Mützen grüßten zum Balkon nund hinauf, viele riefen dem Gerichtsdirektor ein Vivat zu. Simon aber war nthal verſchwunden. Unter dem Portal des Schloſſes legte er ſeine Windbüchſe 5 un ab, eine Minute ſpäter trat er auf den Balkon. Bereitwillig machten ihm legte alle Platz. Eveline ruhte mit geſchloſſenen Augen, bewußtlos, nur matt r im röchelnd, im Schooß ihrer weinenden Mutter. Neben ihr kniete Gonthal, Alkon die linke Hand des Mädchens haltend, um auf den nur noch matt ſchlagen⸗ eüd den Puls zu lauſchen. Der ganze Balkon war von Blut überſtrömt.
Jetzt beugte ſich Simon vom Moor über das todtenbleiche Mädchen, fdes berührte die Wunde mit Daumen und Zeigefinger, tauchte einige Fädchen, ferte die er der Taſche ſeiner langen, weiten Weſte entnahm, in das hervorquel⸗ htzm lende Blut, bis ſte ganz davon getränkt waren, ſprach unverſtändliche Worte Ntte dazu und legte dann, während er die ſo getränkten Fäden wieder zu ſich ſteckte, ſeinen Daumen feſt, doch ohne Gewalt anzuwenden, auf die Wunde. iße Dieſe Manipulationen waren das Werk weniger Sekunden. Als Simon ſeine Hand wieder hob, blutete die Wunde nicht mehr.„Nun laſſen Sie li dem Kinde Ruhe, bis es wieder völlig zu ſich kommt,“ ſagte er, ſeine grauen, rilſ blitzenden Augen von Einem zum Andern gleiten laſſend,„Morgen iſt das llib Kind wieder ſo alert wie eine junge Taube und kann ein Tänzchen unter hing ihres Gleichen wagen.“— Er ſtand auf und grüßte die Erſtaunten, dem Pber Regimentschirurgus aber warf er einen feindſeligen Blick zu, indem er barſch Pend die Worte hinzufügte:„Wir Beide ſprechen uns wohl noch vor unſerem 73c Ende!“— Borſtendorn erbleichte vor dem dämoniſch wilden Blick des un⸗ t bei heimlichen Mannes, zu erwidern vermochte er nichts.
Als Simon den Balkon verließ, ſchlug Eveline die Augen wieder auf. ulbert Ihr erſter Blick fiel auf das theilnehmende Geſicht des über ſie gebeugten Gon⸗ Gonthal. Sie erröthete und blickte verwundert, wie aus einem ſchweren Schon Traume erwachend, um ſich.„Gottlob, ſie lebt! Sie iſt gerettet!“ rief der wird Gerichtsdirektor froh aufathmend. nthal Cveline erhob ſich mit Hülfe ihres Vaters. Allgemeiner Freudenjubel


