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4 Ein unheimlicher Mann.
Herr von Moosburg war darüber mehr mißmuthig, als aufgebracht. Er machte dem alten ſtumpfen Gerichtsdirektor in polternder Weiſe Vor⸗ würfe, verlangte künftighin ſtrengere Handhabung der Geſetze, traf aber ſelbſt keine Anſtalten, um ſeine Befehle ausgeführt zu ſehen. Es blieb daher alles beim Alten, und die verroſtete Verwaltungsmaſchine von Moosburg ſchnurrte weiter, ohne daß es beſſer oder ſchlechter ward.
Da ſtarb der Oberſt und ſein Sohn Adalbert trat das Regiment an. Adalbert von Moosburg war ein aufgeweckter, feuriger junger Herr, der während des Vaters Kriegszügen den Studien obgelegen hatte und ſpäter auf Reiſen gegangen war, um fremde Länder, Menſchen und Sitten kennen zu lernen. Ihm hatte die ſchlotterige Verwaltung der bedeutenden Herr⸗ ſchaft, die ihm und ſeiner Schweſter dereinſt als Erbe zufallen mußte, ſchon längſt nicht behagt, allein aus Pietät gegen gealterte Beamte, die ihn als Kind auf den Knieen gewiegt und denen er perſönlich ihrer trefflichen Eigen⸗ ſchaften wegen zugethan war, mochte er mit offenen Klagen nicht gegen ſie auftreten. Er hoffte, die Heimkehr des Vaters, den er als energiſchen Charakter kannte, werde bald durchgreifende Aenderungen nach ſich ziehen. Daß dies nicht geſchah, weil der früh gealterte Oberſt das Beduͤrfniß nach Ruhe fühlte und unerquicklichen Aufregungen jetzt gern aus dem Wege ging, betrübte Adalbert. Dennoch ſchwieg er, der Zeit und ihrer heilenden Kraft vertrauend. Im Stillen aber traf er Vorkehrungen, von denen er ſich be⸗ deutende Vortheile verſprach. Milden Vorſtellungen, glaubte Adalbert, werde es gelingen, den Vater von der Nothwendigkeit zu überzeugen, die bedeutenderen Stellen auf Moosburg mit jungen und thatkräftigen Männern zu beſetzen. Gelang ihm dies, ſo ließ ſich der eingeriſſene Schlendrian in nicht gar langer Zeit beſeitigen, und da die Geſammtheit der Moosburger Einwohner für gut geartet und leicht lenkſam gelten konnte, war durch eine kleine Verzögerung im Grunde nichts verſäumt. Der Tod des Oberſten überhob Adalbert dieſes zögernden Vorgehens. Als gebietender Herr von Moosburg durfte er frei handeln und mit größerer Entſchiedenheit auftreten. Ungerecht oder undankbar aber mochte er ſich nicht zeigen. Deßhalb ſetzte er die wenig brauchbaren Beamten mit Penſion in den Ruheſtand und rief nun diejenigen Männer herbei, denen er vertrauen durfte und von deren Tuch⸗ tigkeit er vollkommen uͤberzeugt war.
Nur den Regimentschirurgus mußte Adalbert in ſeiner Stellung laſſen. Er hatte dies ſeinem Vater auf dem Sterbebette gelobt. Gleichzeitig nahm der Oberſt ihm auch das Verſprechen ab, ſo lange Borſtendorn am Leben
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