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Von F. W. Hackländer. 15
Bewegung; bald ſtreckt er ſte aus, bald zieht er ſie zuſammen; jetzt ſetzt er den rechten Fuß auf den Malkaſten, der neben ihm ſteht, gleich darnach zieht er den linken auf die oberſte Sproſſe ſeines Stuhles.— Wahrhaftig, wir wollen Herrn Friedrich Wulf nicht wehe thun, aber wir können uns des Gedankens nicht erwehren, daß er ſelbſt in ſeinen Bewegungen eine frappante Aehnlichkeit hat mit den komiſchen Thieren, die er darzuſtellen ſo ſehr liebt.
Jetzt erhebt er ſich von ſeinem Sitze, das heißt er hüpft in die Höhe, um ſich mit der linken Hand unterhalb ſeines linken Knies zu kratzen und mit einem Finger der Rechten, worin er auch Palette und Malerſtock hält, ſein rothes Mützchen mit einer ſeltenen Gewandtheit von dem rechten Ohr auf das linke hinüber zu dirigiren.
Ja, auch jetzt behält er in unſern Augen die nichts weniger als ange⸗ nehme und ſchmeichelhafte Aehnlichkeit, wie er vor⸗ und zurücktänzelt, rechts und links ſpringt, und wie er ſich jetzt, nachdem er Palette und Malſtock abgelegt, nach einer Ecke des Gemaches begibt, wo an ein kupfernes Kett⸗ chen gefeſſelt ein wirklicher lebendiger kleiner Affe ſitzt, der aber ziemlich ſchläfrig drein ſchaut und bei der Annäherung ſeines Herrn und Meiſters nur ein Auge langſam und verdroſſen öffnet. Hier tritt uns dieſe Aehnlich⸗ keit wahrhaft erſchreckend entgegen, da ſich der kleine Maler bemüht, durch allerlei Capriolen, wie er ſie bei ſeinem ſchläfrigen Pfleglinge gewiß oft geſehen, dieſen aufzumuntern, was ihm auch zu gelingen ſcheint, wobei aber der Affe keine große Freundlichkeit an den Tag legt, vielmehr mit den Vor⸗ derpfoten nach ſeinem Herrn und Meiſter ſchlägt und dazu die Zähne blöckt. Solche Bewegungen und Grimaſſen wiederholt dieſer alsdann ſo täuſchend, daß ſich ſein ſonſt gerade nicht unſchönes Geſicht förmlich zu einer Affen⸗ fratze verzieht. Das Thier kreiſcht nun eigenthümlich auf, was der Maler ebenfalls nachahmt, nur lauter, und dann ein luſtiges:„Huſſa ho!“ dran hängt, worauf der kleine Affe erſchreckt zurückfährt und ſich, furchtſam umherblickend, erſchreckt zuſammenkauert. 1
„Biſt du wieder einmal ganz des Teufels?“ hört man nun eine laute, wohlklingende Stimme aus dem andern Theil des Ateliers ertönen.„Wenn du auch ſelbſt keine Ruhe halten kannſt, ſo laß doch wenigſtens das arme Thier zufrieden. Ich kann dich verſichern, das Gekreiſch thut Einem nicht nur in den Ohren weh, ſondern dringt durch Mark und Bein.“
Herr Friedrich Wulf ließ zur Antwort ein luſtiges Lachen erſchallen, worauf er ſich dreiſt dem leiſe knurrenden Thiere näherte und ihm über Kopf und Rücken ſtrich, indem er ſagte:„Gelt du, Joco, wir Zwei nehmen


