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8 Der Tannhäuſer.
Außerordentlich belebt iſt dieſe Straße, dieſes Stadtviertel. Wenn man alle die vielen glänzenden Reiter ſieht, meiſtens junge Offiziere, wie ſie lorgnettirend und höchſt eigenthuͤmliche Bewegungen mit der Reitpeitſche machend, hin und her caracolliren, ſo könnte man zu dem Glauben kommen, das Galoppiren auf dem Pflaſter ſei für Vieh und Menſchen ein außer⸗ ordentliches Vergnügen.— Aber neben dieſen Berittenen, die von ihren vielen Freiſtunden ein paar hier oft ohne allen Nutzen vertrödeln, ſieht man auch ganz ſonderbare Fußgänger, alte und junge Herren, hier, um Aufſehen zu erregen ſich inmitten der Straße haltend, dort wie ſcheu und verſtohlen an den Häuſern hinſchleichend. Neben ihnen ſchlendern Lakaien dahin, laut Adreſſen austauſchend, in den Händen kleine Billets, die in gar keinem Ver⸗ hältniß ſtehen zu den koloſſalen Blumenbouquets, denen ſie als Begleitſchein dienen. Auch Muſik hören wir hier, viele Muſik, verſchiedenartige Muſik.
„An jenem Tag, wo du mir Liebe geſchworen, Als ich in Wonn' und Schmerz zu deinen Füßen lag!“
Wir wuͤrden ſtehen bleiben, aufmerkſam lauſchend, ja überraſcht, wenn wir uns nicht beſännen, wo wir ſind und daß wir das heute Abend noch viel ſchöner hören werden. Auch ſtört uns einigermaßen das Solfeggiren, das faſt gellend aus dem andern Hauſe an unſer Ohr ſchlägt.
Weiter, weiter! Laſſen wir hinter uns die Bettler und Könige, die Prinzeſſinnen und all' die unſchuldigen Landmädchen; ziehen wir dahin durch einige Straßen, von deren Eigenthümlichkeiten, das heißt von den Eigenthümlichkeiten ihrer Bewohner, wir wohl einiges ſagen könnten, wenn wir nicht fürchten müßten, den freundlichen und geneigten Leſer zu ermuden, und nähern wir uns ſo allmälig dem Ende der Stadt, jener Gegend„dort, wo die letzten Häuſer ſtehen.“ Das ſind eigenthümliche Häuſer und ſie haben noch eigenthümlichere Bewohner;— eine ganze Straße hier aufzu⸗ finden hält eigentlich ſchwer, denn wo einmal drei oder vier Häuſer neben einander ſtehen, da folgt alsdann wieder eine Reihe von Gärten, an deren Ende, aber nach einer ganz andern Richtung hin ſich dann wieder ähnliche Gebäude erheben, aber auch wieder nur zu zwei oder drei; dann folgen wieder Gärten oder Bauplätze, und ſo geht es fort, eine weite Strecke über die Grenzen der eigentlichen Stadt hinaus, faſt bis zum nächſten Dorfe, das am Fuß der Berge liegt, jenſeits der Wieſenfläche, die ſich noch zwiſchen ihnen und den zerſtreuten Häuſern einſchiebt.
So willkürlich nun die Lage dieſer Häuſer iſt, ſo hat doch die Bauart
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