Jahrgang 
3 (1859)
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Von F. W. Hackländer. 3

erber Fräulein Friederike, und wenn wir uns etwas länger aufhalten, ſo können noch wir ſie vielleicht auch ſingen hören:Du kleines, blitzendes Sternlein! äber 4 3 Weiter! Wir entſteigen dem Kreis der inneren Stadt, wir kommen verke aus dem Dunſte der winkligen Gaſſen und Häuſer in hellere breitere Straßen d ſo und finden hier in den Häuſer⸗ und Stadtvierteln wieder daſſelbe Princip. Und Sehen wir die breite Straße hinab, die wir vor uns haben; ein ſtolzes, mmt, palaſtähnliches Gebäude reiht ſich an das andere, vor einigen dieſer Häuſer . bemerken wir breite Anfahrten oder gewaltige Hofthore, die ſich leicht und Lheil geräuſchlos öffnen, um die heranrollende ſchwere Equipage ohne die geringſte um Mühe zu verſchlingen, an andern reiche, breite Glasdächer, weit in die enau Straße Hinein, um den aus dem Wagen Steigenden Schutz zu verleihen. elten Etwas Stilles, Oedes, man möchte ſagen etwas Langweiliges hat dieſe ein b Straße ſie iſt ziemlich leer, man ſieht da keine Kinder ſpielen auch keine das Hunde balgen ſich herum; was man von dieſer vierbeinigen en allen⸗ ößere falls ſieht, iſt vielleicht ein prächtiger Neufundländer oder ein edler Jagd⸗ Spit⸗ 4 hund, die ſich dort im Sonnenſchein auf der Rampe dehnen und ſtrecken, ktheit oder vielleicht auch ein kleiner Wind⸗ oder Wachtelhund, den ein Diener in inter 3 Livree an einem Schnürchen neben ſich führt. Aber ſie ſcheinen hier ihre die Heigentliche Hundenatur verloren zu haben, wenigſtens der Windhund; denn doch er läßt ſeine Ohren hängen, zieht den Schweif ein und ſchreitet ſo bedächtig, vink⸗. wie wir es von Seinesgleichen nicht gewohnt ſind. jene Manche der großen Einfahrten neben den Häuſern haben alte, ver⸗ iſen witterte, ſchweigſame Wappenſchilder. Die Löwen, Adler, Bären, Wölfe umn in ihnen ſchauen ſo griesgrämig drein, daß wir überzeugt ſind, ſie würden zen, plötzlich ihre ſteinernen Mäuler aufreißen und Ruhe gebieten, wenn ſich Bunk irgendwo einmal ein ungebührliches Geräuſch breit machte. Aber das hat 1 hier in dieſer Straße keine Noth; was von Klavieren und dergleichen vor⸗ ui⸗ handen, iſt in die Hinterzimmer nach den Gärten zu verwieſen; vorne wird nur geliſpelt, hie und da auch gegähnt, im Ganzen ſehr leiſe geſprochen. el⸗ Seine Erlaucht begnügt ſich häufig damit, ſeine Gedanken und Meinungen riler 48* durch Geberden und Blicke auszudrücken, Ihre Erlaucht verſteht man nicht üder auf zwei Schritte, und dem ſich anpaſſend ſchlendert die ganze Dienerſchaft t di wie körperloſe Weſen umher. Allenfallſige Streitigkeiten hebt man ſich und, auf, um ſie an andern, beſſer paſſenden Orten auszugleichen. Im Stalle giget pfeift der Reitknecht den Pferden gedämpft etwas vor, damit ſie nicht imat in unanſtändiges Schnauben und Wiehern ausbrechen, und wenn der fnet, Koch ſich genöthigt ſieht, dem Kuchenjungen eine Ohrfeige zu verabrei⸗

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