Jahrgang 
2 (1859)
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Gildemeiſter.

will Ihnen 1, daß man eicht hat ſie rklichen und nlich freilich die andern charmant!

henen Felde,

macht mit

Piemont und das Haus Savoyen. Von

Hermann Reuchlin.

Das eigentliche Piemont liegt zwiſchen den Seealpen, von welchen nach Oſten der Apennin ausläuft, den Cottiſchen und Grajiſchen Alpen im Weſten, den Penniſchen im Norden, während die Seſia ſeine Weſtgrenze bildet. Die Römer, welche hier die meiſten jetzt blühenden Städte gründeten oder erweiterten, betrachteten den Po von ſeiner Quelle an als Grenze und theilten Alles ſüdlich von ſeinem Laufe bis zum Mittelmeer(dem Liguriſchen Meerbuſen) Ligurien zu. Nördlich vom oberen Po wohnten ſchon vor den Zeiten der Römer die keltiſchen Tauriner, wohl von den Tauern, den Felſenkämmen ſo genanntz ſie trieben fleißig Bergbau, beſonders auf Eiſen. Schon Hannibal ſoll ihre Hauptſtadt, das jetzige Turin belagert haben. Aus eben genannten ethnographiſchen Gründen faßten die Römer das Land der Tauriner mit dem jetzigen Mailändiſchen, mit Modena und Bologna unter Gallia cisalpina(Keltenland dieſſeits der Alpen) zuſammen. In Folge der Völkerwanderung wurde dieſes ganze Land bis zu jener Alpen⸗ grenze im Weſten Lombardei genannt.

Das Herrſcherhaus kam dem Land des obern Po aus Norden, denn die jetzige Piemonteſiſche Dynaſtie hatte bis vor 150 Jahren den Namen von ihrem Stammlande Savoyen. Sie iſt vielleicht von Sachſengeblüt, ſoll ſogar von Wedekind abſtammen; ſie taucht bald nach dem Jahre 1000 auf und gehörte dem hochburgundiſchen Adel an. Die radikalen Italieniſſimi heißen daher dieſe Dynaſtie, auf welche die conſtitutionellen Unabhängig⸗ keitsmänner in Italien ihren Anker ausgeworfen haben, nur ſpöttiſchdie Grafen von Maurienne(Maurienne); da dieſes die ſüdweſtliche Ecke des franzöſiſch redenden Savoyen bildet, ſollen ſte damit als Ausländer gebrand⸗