Jahrgang 
2 (1859)
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Von Leopold Gildemeiſter. 467 ihr von Ihnen ſprach, das kann ich Ihnen des Genaueren nicht wohl auseinanderſetzen. Es wäre zu viel für dieſen Brief, der heut ſchneller als die frühern ſeinen Schluß verlangt. Im Ganzen lief es jedoch darauf hin⸗ aus, daß ſie nicht wohl begriff, wie Sie vor der Tante Dorothea,ihrer zweiten Mutter, hätten eingeladen werden können. Und darauf ſetzte ſie ſich, wie oft ich auch wiederholen mochte, daß von der Einladung gar keine Rede ſei, ſondern daß Sie nur, und mit Recht, durch das Verheimlichen unſerer Ausſichten ſich verletzt fühlten. Wie geſagt, mein Reden blieb um⸗ ſonſt und ſie bei ihrer Auffaſſung der Sache, ohne ſich auf irgend etwas einzulaſſen, was ſich auf Ihre oder meine Anſicht bezogen hätte. Nur ein⸗ mal ließ ſie mit einem gewiſſen ſpöttiſchen Lächeln die Bemerkung fallen, daß ſie meine Selbſtloſigkeit bewundere, welche andern ſtets die beſten Motive unterlege und es ſich gefallen laſſe, daß man von ferne nicht nur über mein Thun, ſondern ſogar über mein Wollen beſtimme. Ich habe es freilich niemals beſſer gemacht, ſetzte ſie hinzu, und ich möge ja auch wohl auf dieſe Weiſe glücklich werden. Sie ſolle ich aber auslaſſen, da ſte recht gut Be⸗ ſcheid wiſſe.

Verſtehn Sie das, liebe Baſe? Mir iſt es, wenigſtens in dieſem Fall und Ihnen gegenüber, durchaus unklar, was Philippine meinen kann. Sollen dieſe Spitzen auf Sie gehn, ſo weiß ich von Ihnen doch keinen Fall, in dem Sie mein Handeln und Wollen beſtimmt es müßte denn damals geweſen ſein, als ich mich entſchied um Philippine anzuhalten. Und da lenkten Sie doch nur meine Blicke.

Gut iſt Philippine gegen Sie nicht geſtimmt, liebe Baſe, und das betrübt mich einerſeits, wie es mich andrerſeits nicht wenig wundernimmt. Sie waren Beide doch früher ein Herz und eine Seele, Mutter und Toch⸗ ter!! haben nicht mit einander korreſpondirt, ſich nicht wiedergeſehn wann und wie ſind Sie denn um Gotteswillen auseinander gekommen?

9.

Freilich, freilich, liebe Baſe, ich weiß es, daß die Streitigkeiten zwi⸗ ſchen Damen einen Mann für gewöhnlich nicht intereſſtren können und auch gemeinhin gar nichts angehn. Wenn die eine dieſer Damen indeſſen des Mannes Frau, und die andere die Tante oder Baſe Beider iſt, welche ihnen von Jugend auf nahe ſtand, mit ihnen ein Herz und eine Seele war und 30*