Jahrgang 
2 (1859)
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ich heute den

Eheſtandsbriefe meines dummen Vetters an ſeine weiſe Baſe.

Mitgetheilt von

Leopold Gildemeiſter.

8.

Meine liebe Baſe! Die Tante Dorothea iſt am letzten Mittwoch bei uns eingetroffen, nachdem ſie zuvor noch einen Abſtecher zum Couſtn Wilden gemacht, und hat ſich ſeitdem bei uns bereits ſo eingewohnt, als ſei ſie ſtets bei uns zu Hauſe geweſen. Sie können wohl denken, daß mir dieſe Weiſe im Ganzen recht willkommen war, weil mir alle Umſtände und Ceremonien drückend, und weil ich, in Folge meiner unbeſieglichen Schüchternheit, der Tante anfangs mit nicht geringem Herzklopfen entgegentrat, welches ich jetzt freilich ſo ziemlich überwunden habe. Sie müſſen mich darum nicht ſchelten, liebe Baſe. Gekannt habe ich die Dame ja eigentlich niemals, ſie ließ mich am allerwenigſten herankommen, und geſehn hab' ich ſie, ſeitdem ſie nach N. zog, uur an den beiden Tagen, die ich meiner Hochzeit wegen in der alten Heimat verweilte. Dazu kamen mir plötzlich ſo verſchiedene Urtheile über ſte zu. Sie nennen ſie in Ihrem letzten Brief falſch, herriſch und despotiſch; aus Philippinens gelegentlichen Andeutungen trat ſie mir als das Muſter einer Matrone, voll Strenge und Anſtand, als die Perſonificirung deſſen, was ſich ſchickt, mit einem Wort als eine Reſpektsperſon erſten Ranges, entgegen, und Sie können wohl denken, daß mich beide Auffaſſungen, die ſich im Grunde ja nur wenig widerſprechen, ein wenig bange machten. Denn wen Sie despotiſch nennen, liebe Baſe, und in wem Philippine eine Reſpektsperſon reſpektirt, eine ſolche Perſönlichkeit muß außer allem Hausblätter. 1859. II. Bd. 30