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464 Sagen aus der Normandie. Von S. Auguſtin.
Weg ſie nehmen mußten, um die gefahrdrohenden Untiefen zu vermeiden. Bis zum Abend blieb der Alte auf ſeinen Poſten. Er kehrte nie nach ſeiner Hütte zuruck, bis das letzte Schiff in Sicherheit war, und weder Sturm noch Sonnenbrand konnte ihn abhalten die Aufgabe zu erfuͤllen, die er ſich ſelbſt geſtellt hatte.
Als aber endlich der alte Schiffer fuͤhlte, daß ſein Stuͤndlein gekom⸗ men und der Tod ihn bald von ſeinem Poſten ablöſen würde, da bat er Gott, ihm wenigſtens einen Nachfolger zu ſenden, welcher würdig und fähig wäre, ſeine Aufgabe zu übernehmen. Seine Bitte wurde erhört, und den⸗ noch ſollte er mit keinem Andern das Verdienſt theilen, das er ſich erworben hatte.— Kaum hatte er nämlich ſein Gebet beendigt, als der trockene Stab, auf den er ſich zu ſtuͤtzen pflegte, Wurzeln ſchlug, Aeſte und Zweige, Blät⸗ ter, Bluͤthen und Fruͤchte trieb und in der Geſtalt des alten Seemanns in die Höhe wuchs.— Der Greis iſt bald darauf geſtorben, aber die Einwohner von Fatouville und der Umgegend veranſtalten alljährlich unter ſich eine Kollekte zur Pflege des Baumes, der ein lebendiges Denkmal zu Ehren des Bonhomme von Fatouville iſt und deſſen grüner Wipfel noch heute den Schiffern als Pharus dient.


