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Eliſabeth.
einmal auf einem Spaziergange mit dem Vater gab ſie ihren Gedanken Worte. Sie hatte ſich einen Feldblumenſtrauß gepflückt. Plötzlich blieb ſie ſtehen, legte ihre Hand auf den Arm des Vaters und ſagte bebend vor Er⸗ regung:„Sieh, wenn ich dieſe Blumen da malen könnte, wie ich ſie ſo vor mir ſehe in ihren ſanften köſtlichen Farben— ich glaube, ich wäre das glücklichſte Geſchöpf der Welt!“— Der Paſtor lächelte über den Ausdruck ſtrahlender Freude in ihrem Geſicht, antwortete aber nichts.
An einem Sonnabendabend lehnte ſte wieder wie ſo oft an der Kirch⸗ hofmauer und ſchaute hinüber auf die Gräber der Geſchwiſter. Der Paſtor ging in ſeinem Studierzimmer auf und ab, bei geöffnetem Fenſter ſeine Predigt memorirend, denn die Stube war in der Sommerwärme diesmal ſchon vollſtändig getrocknet. Die Paſtorin ſtand auf einer kleinen Leiter an dem Pfirſichſpalier und pflückte behutſam die erſten reifen Frühpfirſiche. Der Kandidat Berger kam eben von ſeinem Abendſpaziergange zurück. Er trug einen Strauß von Waldblumen in der Hand, blieb erſt einen Augenblick bei der„Frau Tante“ ſtehn, ging dann weiter und ſetzte ſich nahe zu dem jungen Mädchen auf die niedrige Mauer. Er reichte ihr den Strauß hin wie immer, ſie nahm ihn freundlich nickend wie immer. Eine Weile ſah ſie gedankenvoll in die Blumen, dann wandte ſie ſich plötzlich gegen ihn und ſagte mit halberſtickter Stimme und ſchnellem Athem:„ich kann es nicht mehr aushalten hier!“
In ſprachloſem Erſtaunen ſtarrte er ſte an. Ihr Geſicht war wie mit Purpur uüͤbergoſſen, ihre Augen ſtanden voll Thränen.„Ja ja, es iſt ſo!“ fuhr ſie fort und trat ihm näher,„ich weiß es jetzt ganz genau und dir kann ich's auch zuerſt ſagen. Ich will nach F. und Malerin werden. In vier Wochen kommt der Direktor wieder hier durch und ich— werde mit ihm gehn!“—„Aber mein Gott, welch ein Gedanke!“—„Und du mußt mir helfen ihn auszuführen, du mußt mir helfen die Eltern zu bereden, mich auf ein Jahr— auf ein halbes vielleicht nur— von ſich zu laſſen.“— „Ich, Eliſabeth?“—„Eben du. Warſt du nicht allezeit gut zu mir? Seit du jene Zeichnung zerriſſen, habe ich das erſt gewußt, aber nun vergeſſe ich's auch nimmermehr.“—„Aber es iſt ja ganz unmöglich, daß du fort⸗ gehen kannſt von hier!“
„Warum denn? Die Mutter braucht mich nicht ſo nöthig, ſie liebt es gar nicht, wenn man ihr im Hauſe hilft. Und der Vater— wird mit dir fortan ſpazieren gehen, bis ich wiederkomme. Du wirſt der Einzige ſein,


