Jahrgang 
2 (1859)
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Eliſabeth. In der viel größeren Sonntagskirche waren die Wände recht hübſch weiß getüncht. Den Mittelraum füllten lange Reihen von braunen Holz⸗ bänken/ mit brcdunen Holzwänden davor, die einen vorſpringenden Rand hatten, um dle Geſangbücher darauf zu legen. An dieſen Holzwänden, ſowie an der Rücklehne der Bänke waren viele grüne, rothe und blaue Schilder angebracht, worauf mit Goldſchrift verſchiedene Namen ſtanden. Auf ſolche Schilpplätze durfte ſich Sonntags kein anderes Menſchenkind ſetzen als jenes, ſo den Namen trug, der darauf zu leſen war. Der Altar hatte eine ver⸗ blichene grüne Tuchdecke, auf der die Bibel lag zwiſchen zwei Leuchtern, deren Kerzen niemals brannten. An der Wand hinter dem Altar war ein großes Bild eingefügt, Gott der Herx, ſtrenges, Gericht haltend über die Guten und die Böſen, und die Schafe ſondernd von den Böcken. Der un⸗ bekannte Maler hatte am untern Ende des Bildes mit bedeutendem Farben⸗ aufwand den leibhaftigen Böſen mit Hörnern. Ofen gabel und ellenlangem Schwanz dargeſtellt, wie er eben mit frohem Grinſen ſeines feuerſpeienden Rachens einige verſtoßene Seelen aufſpießt⸗ Dieſe hölliſche Fratze hatte ſchon manche fromme Beterin in ihrer Andacht geſtört und ſogar manche zu früͤhe Entbindung veranlaßt. Die hohen trübem Fenſter waren theilweiſe ver⸗ hangen mit grauleinenem Zeuge, damit die Andächtige Gemeinde nicht von den zudringlichen Sonnenſtrahlen verhindert wurde den Herrn Pfarrer auf der Kanzel zu ſehen. Mit einem Worte ſtantiſch, und das hätte man ſcho In dem proteſtantiſchen Pfarrhauſ

f war katholiſch, das andere prote⸗

das eine Dor ken können.

i allein den Pfarrhäuſern anmer e in M. ſtanden allezeit die Hausthür und die Hinterthür, die in den Hof und Garten führte, gegen einander offen, was einen argen Zug gab, in dem verſchiedene muntere Knaben und Mägd⸗ lein aufwuchſen. Der hübſche Garten, allwo viel Gemüſe wuchs, hing die ganze Woche hindurch voll Kinderwäſche, bunte Gardinen verhüllten die Fenſter, und an r Herr Paſtor bei leidlich gutem

den Sonnabenden pflegte de Wetter immer ſeine Predigt auf dem Spazierwege oder in der Fliederlaube zu memoriren,

weil das ganze Haus ſodann unter Waſſer ſtand. Des andern Pfarrhauſes breite dunkelgrüne Thuͤr war immer wohl verſchloſſen, wer Einlaß begehrte, mußte an ein Seitenpförtchen klopfen, das

man im gruͤnen Weinlaube kaum ſah. Blendend weiße Gardinen bauſchten

ſich an den hellen Scheiben, ſanft ſingende Vögel hinge vor den Fenſtern. Im Gärtchen, das ſo zierlich ausſ

n in zierlichen Käfigen ah, daß man es hätte

, er.