naßen
ürſte
Von Karl Pfaff.
Zungen zu dem ſehr beliebten, von ſeiner ſchwarzen, ſtark gewürzten Brühe ſo genannten, Pfeffer, auch 4 Pfund Reis gekauft. Von Gewürzen brauchte man 4 Loth Pfeffer, ½ Pfund Ingwer, ½ Pfund Zimmt, 4 Loth Gewürz⸗ nägelein, 1 Loth Muskatenblüthe, 4 Loth Safran, 24 Loth weißen und rothen Zucker. Am Tage der Mahlzeit bewillkommte der ſpeieriſche Pfleger die Gäſte und führte ſte in ſeine Stube, wo ſich an den erſten Tiſch Bür⸗ germeiſter, Stadtammann, Richter, Rathsherr und Stadtſchreiber, an dem zweiten Steurer, Umgelter und die Gehülfen des Stadtammanns und Stadt⸗ ſchreibers ſetzten; die uͤbrigen ſtädtiſchen Diener ſaßen in einem andern Ge⸗ mache ebenfalls an zwei Tiſchen. Die Mahlzeit begann und endete mit Gebet und beſtand aus ſechs Gängen: 1) Hippen und Käskuchen mit ſüßem geſottenem Wein, 2) geſulzte und gebratene Huhner mit Senf, 3) ein Pfeffer mit Gebackenem, 4) ein Galrei(Gallerte), ein Mus von Aepfeln und eines von grünem Kraut, 5) Reis mit rothem Zucker, Kapaunen, Kalbs⸗ und Schweinbraten, 6) Käſe, Bubenſchenkel, Aepfel, Birnen und Nüſſe. Am Abend wurden dann auch noch der Pfarrer und Meßner(Küſter) ſammt ihren Gehülfen und der Schulrektor mit„Kräglein und Mäglein,“ kaltem Braten, Senf und Käſe bewirthet. Was übrig blieb, ſchenkte man den Armen.
Das gewöhnliche und allgemeine Getränke in dem, damals faſt ganz von Rebenpflanzungen umgebenen, Eßlingen war der Wein. Ohne einen tuͤchtigen Trunk wurde ſelten ein Geſchäft ausgemacht, das„Vollaus⸗ und Zutrinken“ war eine herrſchende Unſitte, gegen welche auch wiederholte ſcharfe Verbote nichts vermochten. In der Weinbereitung waren die Eßlin⸗ ger ſehr erfahren, denn der Wein bildete einen ihrer Hauptausfuhrartikel. Aber auch die Weinverfälſchung wurde hier getrieben und gab einigemale zu ſchweren Klagen Anlaß. Selbſt an den Kaiſer Friedrich III. gelangten ſolche Klagen, und dieſer ſchrieb(den 6. Auguſt 1487) dem Rath:„Er werde glaublich berichtet, wie durch die unziemlichen Gemächte, welche man zu Eßlingen in den Wein thue, manche Manns⸗ und Frauensperſonen in ſchwere Krankheiten gekommen, etliche gar geſtorben wären, was erbärmlich zu hören und ein unmenſchliches Ding ſei.“ Auf ſeinen Befehl erließ der Rath ein ſcharfes Verbot dagegen und unterſagte die Vermiſchung des neuen Weins mit Aepfel⸗ und Birnenmoſt. Auch ließ er das vom Kaiſer ihm zugeſandte allgemeine Verbot der Weinverfälſchung öffentlich verkündigen, proteſtirte aber gegen die, auf eine Klage angeordnete Unterſuchung, weil


