Jahrgang 
4 (1858)
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Von Johannes Müller. 473

mit 3 Roſſen, aus Prag auf. In ſeiner Kaſſe waren nicht mehr als 335 Thlr., die Ritter Schweinichen zu verwalten hatte.Kann leicht erachtet werden, meint dieſer,daß ein Fürſt mit ſolchem Gelde nicht weit zu zehren hatte. Doch nichts weniger machten J. F. Gnaden ſich ein Herz, ſte wollten unterwegs wohl Geld bei den Herren und Freunden auftreiben. Der angebliche Zielpunkt der Reiſe war Venedig, Welſchland, auf die Armada. Wir übergehen die erſten Tage und Abenteuer des Zuges und verſetzen uns mit den Reiſenden gleich nach Nürnberg. Allda lagen J. F.

Gnaden beim Ochſenfelten in der Herberge zehn Tage ſtill, Willens, vom

Rathe der Stadt 4000 Fl. zu leihen; ſein Anſuchen ward aber vom Rathe gänzlich abgeſchlagen. Darnach hatte der Herzog einen andern Anſchlag, Es befanden ſich ſeine beiden Töchter zu der Zeit beim Markgrafen von Ansbach, welcher ihr Oheim war. Wegen eines Zwiſtes mit ſeiner Ge⸗ mahlin, worin der Herzog ihr ſogar eine Maulſchelle gegeben hatte, mochte er nun nicht geradewegs zu dem erzürnten Markgrafen ziehen, um nicht über die üble Behandlung der Schweſter von demſelben Vorwürfe zu hören. Die Kinder ſollten die Ausſöhnung vorbereiten. Mit einer ſtattlichen Be⸗ gleitung wurde alſo Schweinichen zum Markgrafen hingeſandt, um ſie abzu⸗ holen. Allein auch dieſer Anſchlag mißlang; der Markgraf ließ die Kinder nicht fort, ſondern dem Herzog ſpitzig ſagen, er ſollte vorerſt ſeine Schwe⸗ ſter, die Herzogin, beſſer ehren und halten.Mit dieſer Antwort mußte ich, ſagt Schweinichen,von Ansbach abziehen und ward von den Thoren geblaſen, da ich wegzog:

Hat dich der Schimpf berauen, So zeuch nun wieder heim!

und wie etwa das Lied weiter geht.

Obwohl nun alſo auch dieſer Anſchlag fehlgeſchlagen und dem Herzog Geld mangelte, lebte er nichtsdeſtoweniger luſtig und in Freuden. Trunk und Spiel brachten ihm die Zeit hin und am Ende hatte er zu Nürnberg im Spiel 255 Thlr. gewonnen, woraus er ſilberne Schüſſeln machen ließ. Verzehrt hatte er 270 Thlr., und als der Wirth nicht mit baarem Gelde konnte befriedigt werden, bekam er zum Unterpfand ein Kleinod, welches auf 250 Thlr. geſchätzt war. Beim Abzuge erhielt der Herzog vom Rath einen ſchönen Gaul und 100 Fl. zur Verehrung.

Wir treffen unſern Reiſenden wieder in Augsburg. Es war hier ein