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Von Johannes Müller. 471
Der Fürſt, den wir auf einer Reiſe begleiten wollen, gehörte nicht zu den beſſern jener Zeit. Im 21. Lebensjahre trat Herzog Heinrich von Lieg⸗ nitz 1559 ſeine Herrſchaft an. Der Vater, Friedrich III., hatte ihm ein nichts weniger als nachahmungswürdiges Beiſpiel gegeben. Das verſchwen⸗ deriſche Leben deſſelben, welches das Land in eine unerträgliche Schuldenlaſt ſtürzte, ja wahrhaft liederlich zu nennen war, zog ihm die Ungnade des Kaiſers in dem Grade zu, daß er am Ende entſetzt und für den Reſt ſeines Lebens, von 1559 bis 1570, auf dem Schloſſe zu Liegnitz in Haft gethan wurde. Durch dieſen bedauernswerthen, aber auch verdienten Ausgang des Vaters wurde der Sohn nicht gewarnt. Das Leben Heinrichs iſt ein würdiges Seitenſtück zu dem abenteuerlichen ſeines Vorgängers, dem es an charakteriſtiſchen Zügen, beſonders in Rückſicht auf die allgemeine Verderb⸗ niß durch Trunk⸗ und Spielſucht, nicht nachſteht. Wie es uns durch die Feder ſeines Begleiters, des Ritters Hans von Schweinichen, der ſeine abenteuerlichen, die Würde eines Fürſten entehrenden Fahrten theilte, lebendig entgegentritt, wirft es auf die ſittliche Verkommenheit ſo vieler Spitzen der Geſellſchaft ein erſchreckendes und um ſo grelleres Licht, als die bis zur Mitte des Jahrhunderts aufflutende Bewegung den ſeit langen Zeiten abgelagerten moraliſchen Schmutz in ſeiner Stagnation nur noch widerwärtiger und abſcheulicher zeigt. Das Folgende ſei ein kleiner Beleg dafür.
Die ſchweren Irrungen, worin der Herzog Heinrich mit ſeiner Land⸗ ſchaft, beſonders wegen des Schuldenweſens verwickelt ward, waren vor den Kaiſer gekommen. Es ſollte den Parteien ein Tag anberaumt werden, um die verdrießliche Angelegenheit zu ſchlichten. Nun ſuchte der Herzog die Fürſten zu ſeinem Beiſtande zu gewinnen und machte ſich ſelbſt, um dies zu bewerkſtelligen, von dem Hoflager des Kaiſers zu Prag auf den Weg. Es war im Jahr 1575. Der erſte Beſuch galt dem Kurfürſten von der Pfalz, Friedrich III. Der Herzog ward hier wohl aufgenommen, der Churfürſt ſagte ihm wider ſeine Unterthanen ſeinen Beiſtand zu, verehrte ihm auch beim Abzuge ein Kreuz mit einem Kleinod, welches zweihundert Kronen werth war. Ebenſo erhielten Schweinichen und die andern Junker jeder einen Kranz von Gold und Silber und einen Ring daran über 30 Thaler werth. Der Kurfürſt von Mainz war nicht minder freigebig; auch er ſicherte dem Herzog ſeine Hülfe zu und ſchenkte ihm ein Diamantenkreuz, das zu Prag auf 400 Kronen geſchätzt ward. Schweinichen erhielt einen


