wegen, Wahrſcheinlichkeit und Natur wahrheit. Ueberhaupt iſt das Buch gegen den Schluß hin ſichtbar gar zu raſch gearbeitet.— Dagegen wurzelt die fol⸗ gende Geſchichte: der Geheimerath, von Max Ring allerdings in der Wirklichkeit, aber auch in einer ſo gewöhn⸗ lichen und unbehaglichen, daß die Poeſie davor einen wahren Schreck gekriegt zu haben ſcheint und mit vollem Recht ſich da⸗ von gemacht hat. Das Buch erinnert uns leider vielfach an die ſtaubige Oede der Stadt, in der die Geſchichte ſpielt; es weht dort nur ſelten ein friſcher Hauch, und wo man wirklich einmal denkt, eine erquickliche Ausſicht, ein anmuthendes Plätzchen gefunden zu haben, ſieht man bei näherer Anſchauung meiſtens nur das Product der Kunſt und Künſtelei, oder die Natur ärmlich und verküm⸗ mert. Uns ſcheint, die übrigens recht wackere Darſtellung und Erzählung könne für dieſe Mängel keinen hinreichenden Erſatz bieten.— Band 23. Waldge⸗ ſchichten von Joſef Meßner. Es ſind fünf kleine Geſchichten, hübſch und friſch erzählt, voll guter, ſcharfer Cha⸗ rakterzeichnungen und mancher gelunge nen Naturſchilderungen. Nur möchten wir den Verfaſſer darauf aufmerkſam machen, daß man, wie dies einigen Stellen paſſirt, in den Natur ſchilderungen des Guten gar leicht zu viel thun kann. Auch können wir es nicht billigen, daß faſt überall verrathene iebe, oder etwas Aehnliches, mit den rkömmlichen Folgen mehr oder weni ger ein Hauptmotiv bildet. Wie will und kann man da die Einförmigkeit ver⸗ meiden?— Band 24. D
Wilddiebs, von Elfried von Tauraz eine hie und da zwar wilde und grauſige, aber ſehr gut komponirte,
ihm an
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des T
III
intereſſant und naturwahr durchgeführte, trefflich erzählte Geſchichte aus dem Erz⸗ gebirge. Wir erinnern uns von dem Verfaſſer ſchon manche Erzählungen aus derſelben Gegend geleſen zu haben. Wenn er ſich dennoch nicht wiederholt und ſei— nen Leſern ſtets neues und intereſſantes zu bieten weiß, ſo zeigt dies, daß er Stoff, Charakter und Lokal vollkommen und richtig kennt, ſie auf das anſpre⸗ chendſte zu benützen und wiederzugeben weiß. Wir haben uns auch dieſer Ge⸗ ſchichte wieder von Herzen gefreut.— Band 20 und 21. Johannes Kepp⸗ ler von Julie Burow, müſſen wir einſtweilen zurücklegen, bis uns der Schluß des Buchs zugegangen.— Die angeſchloſſenen zwei Prämien machen uns mit dem Aeußern und dem bisherigen Lebensgange der Schriftſtellerin Julie Burow auf das angenehmſte bekannt. Die freundlichen Züge des Bildes illu⸗ ſtriren, möchte man ſagen, die anſpre⸗ chende, einfache Darſtellung in der Selbſtbiographie gar anziehend und will⸗ kommen für den großen Kreis ihrer Leſer und Freunde.
Hesperiſche Blätter. Von Wil helm Stier. Ernſt u. Korn. 1857. — Aus dem Nachlaſſe des bekannten liebenswürdigen Menſchen und bedeu tenden Künſtlers iſt hier eine Reihe von Aufzeichnungen zuſammengeſtellt, in de⸗ nen theils die Reiſe nach Italien und der Aufenthalt daſelbſt geſchildert wird, theils kleine italiſche Künſtlergeſchichten aus alter Zeit in Briefform mitgetheilt werden. Das alles ſtammt aus dem Anfang der zwanziger Jahre unſeres Jahrhunderts; Form aber und Inhalt Anſchauung, Empfindung und Ausdruck — alles ſchaut uns wunderſam fremd in die Augen, und wie gern wir dem


