480 Bilder aus dem Leben zur See im Mittelalter. Von Johannes Falke.
Chroniſten Detmar und Reimar Kock geben von derſelben eine ſchwungvolle Beſchreibung, die freilich wohl mehr von poetiſcher Erfindungsgabe, als von Kenntniß des Seekrieges zeugen mag.— St. Thomas und ſeine koſtbare Ladung wurde als gute Priſe in der Elbmundung in Sicherheit gebracht, und in die reiche Beute theilten ſich dort die Eigenthuͤmer, Paul Beneke und die jubelnden Ruters. Karl der Kühne verlangte freilich die Herausgabe des durch das burgundiſche Wappen verſicherten Schiffes, da er aber bald darauf in die Kriege mit den Schweizern ſich verwickelte, mußten ſeine Schützlinge, die florentiniſchen Kaufleute, nach langem Prozeſſiren ohne Entſchädigung ſich in den Verluſt fügen. Das gute Schiff, St. Peter von Danzig, machte unter ſeinem gefürchteten Hauptmann noch manche gute Fahrt, bis es im Herbſte 1474 in der Nähe des Hafens von Liſſabon ſchei⸗ terte, und nichte lange darnach ſtarb zu Danzig auch Paul Beneke, der viel⸗ genannte deutſche Seeheld des Mittelalters.—


