Jahrgang 
2 (1858)
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4 Das Fräulein von Roc⸗estroit.

Vergänglichkeit menſchlicher Größe erzählen. Es iſt eine Wüſtenei, wie ſie der Maler und Dichter liebt, aber obwohl es leicht iſt, durch den Park und üͤber die Terraſſe in ſte einzudringen, verirrt ſich doch nur ſelten der Fuß eines Fremden hierher, und trotz Neugier und Langeweile hätte kein Badegaſt gewagt, die alte Cathon in ihrem Schlupfwinkel zu ſtören.

Aber als ich mich jetzt mit triefenden Kleidern dem Gebüſch entwand, beim Schein der Blitze ſah, daß ich im innern Hofe war und daß der Licht⸗ ſchimmer, der mir von weitem entgegen leuchtete, aus dem obern Thurm⸗ fenſter kam, wurden alle Bedenklichkeiten durch das Verlangen verdrängt, vor den Windſtößen, gegen die ich mich kaum aufrecht halten konnte, und vor dem immer heftiger ſtrömenden Regen Schutz zu finden.

Tappend und ſtolpernd kam ich endlich, trotz Dornen, Schutthaufen und Finſterniß, an das Pförtchen des Thurmes. Es ſtand offen ich trat ein und ſtieg die Wendeltreppe hinauf. Aber ſchon nach einigen Win⸗ dungen derſelben blieb ich ſtehen und lauſchte. Ein Jammerlaut, halb Schluchzen, halb Aechzen, ſchallte von oben mir entgegen. Wenn mich mein Ohr nicht täuſchte, war es dieſelbe Stimme, die mich vorhin im Park er⸗ ſchreckte. Vielleicht war da zu helfen ich eilte wieder vorwärts. Die Töne wurden immer deutlicher bald ſchienen es Ausrufungen, wilde Ausbrüche des Schmerzes zu ſein, bald war es ein leiſeres Gemurmel, aber immer nur dieſelbe Stimme.

Jetzt war ich oben; durch eine halboffene Thür ſchimmerte Licht; ich trat näher und ſah, daß in dem kleinen Gemache ein Weib am Boden lag. Eben erhob ſie den Kopf, ich ſah ihr Profil und erkannte, daß es Cathon war.Was fehlt Euch? fragte ich ſchüchtern. Die Alte hörte mich

nicht.O mein Kind, mein liebes ſchönes Kind, jammerte ſte.Jeſus, mein Heiland, ſei ihr gnädig! Maria, Mutter Gottes, erbarme dich! Plötzlich, als ein Blitzſtrahl durch das Zimmer flammte, warf ſie ſich wieder laut aufſchreiend mit dem Geſicht zur Erde; das ſchwarze Kopftuch, das ſie gewöhnlich trug, löste ſich, das graue Haar fiel in verwirrten Strähnen über ihre Stirn, und ihre Glieder bebten, als ob ſie vom Fieber geſchüt⸗ telt würden.

Sie war vielleicht krank. Ich überwand meine Scheu, trat vollends ein und näherte mich ihr, um ſie aufzurichten. Aber ſobald ſie mich hörte, fuhr ſie in die Höhe, ſtarrte mich mit wilden Blicken an, ſtreckte wie ab⸗ wehrend die Hände aus und ſchrie:Alix, Alix! in einem ſo ängſtlichen,

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