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Von Johannes Müller. 479
nomus,“ oben einen Hyacinth als Sonne, einen Saphir als Mond, ſammt einem Kometen; zudem ſind noch mehrere andere Steine eingeſetzt. Die zweite Medallle, gleich koſtbar, enthält die Darſtellung, wie Moſes die zehn Gebote empfängt; die dritte ein D; die vierte, welche ein Geſchenk der jungen Herzogin zu Sachſen iſt, die Darſtellung Lots mit ſeinen Töchtern. Was auf der fünften vorgeſtellt war, iſt nicht angegeben, es heißt einfach: eine heidniſche Hiſtorie und ein„abtgott.“. Unter den folgenden Kleinodien iſt ein edelſteinbeſetztes Täfelchen, ein goldener St. Michael mit 21 Diamanten, ein goldenes Kreuz, ein Schwan von Perlen, ein großer in Gold gefaßter Diamant, ein goldenes Futteral, darin ein paar„brillen criſtallen.“ Nach der Specificirung eines goldenen Armbandes mit einem Hyacinthenherzen, darin verſchlungen OHs, ferner eines ſilbernen Leuchters, wird dann aufgezählt:„ein Beſchlag zu meines gnädigen Herrn illuminirter Bibel, deren zwei Stuck Ihr. Churf. Gnaden Conterfei und Wappen in die Mitte auf beiden Seiten gehörig, von Gold geſchmelzt, ſammt acht Ecken, ſo ſilbern mit Gold belegt geſchmelzt; der⸗ gleichen vier Stück zu zwei Clauſuren(Schließen) auch mit Gold angelegt, und denn zwei Clauſuren, ſo ſilbern und vergoldet.“ Ein goldener Biſam⸗ knopf, der damals die Stelle des heutigen Riechfläſchchens vertrat, war wie ein Granatapfel geſtaltet, mit einem goldenen Kettlein und einem anhangen⸗ den Schlangenringe. Ein goldener Zahnſtocher hatte eine Handhabe von orientaliſchen Perlen. Als fernere Utenſilien gab es„50 guldene Knöpfe mit meines gnedigſten Hern reymen H. N. D. N.,“ ingleichen 5 Dutzend und drei mittelmäßige Knöpfe mit durchſichtiger Arbeit: 4 Dutzend Paar kleiner goldener Buckeln, oben mit durchſichtigen Sternlein; 100 goldene„Garb⸗ lein,“ geſtaltet wie Stundenuhren, endlich 33 Paternoſterkörner von Gold, wie„hipfen körner“ gemacht. Andere Kleinodien übergehen wir und be⸗ merken nur, daß alle außerdem mit Edelſteinen ſehr reich verziert waren.
Es iſt intereſſant, hiermit das folgende Verzeichniß zu vergleichen, die„Ketten, Kehlbänder und Kleinodien, ſo weiland der durchlauchtigſten Pfalzgräfin Churfürſtin ſeligen Gedächtniſſes geweſen.“ Doch genügt hier zu bemerken, daß es ungefähr fünfzig Nummern umfaßt, die in Hals⸗ und Armbändern, Gürteln und Ketten, Kreuzen und andern Kleinodien, alle mit Steinen und Perlen ſehr koſtbar beſetzt, beſtehen. Merkwürdig iſt ein Armband, darin eine Elendsklaue gefaßt war, wie auch nochmal ein ähnliches vorkommt. Sie erinnern an einen mediciniſchen Aberglauben jener Zeit.


