Jahrgang 
1 (1858)
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4 478 Aus der Vergangenheit.

ſpielte, welchen Werth man darauf legte, wie ſehr man ſich anſtrengte, ihn ſich zuzulegen und den Werth des Metalls durch die Kunſt zu erhöhen. Im Ganzen war ſelbſt das Schmuckkäſtchen einer Fürſtin nicht überreich, und es iſt zu verwundern, wie jahrelanges Sammeln und das Erbe von einer langen Reihe von Ahnen ein im Ganzen doch nicht imponirendes Beſitzthum vereinigten. Davon ſei es geſtattet, im Folgenden ein ausführlicheres Bei⸗ ſpiel vorzulegen.

Es iſt das Verzeichnißunſers gnädigſten Herrn Pfalzgraven, Frie⸗ drich III., Churfuüͤrſten, Kehlbänder und andere Kleinode, aufgezeichnet den 18. Febr. Anno 1568. Dies Inventar, deſſen Original auf der Heidelberger Bibliothek befindlich iſt und von dem uns eine treue Abſchrift vorliegt, zählt einige fünzig Nummern. Es beginnt mit der Krone König Ruprechts, mit 12 Gliedern, 6 großen und ebenſo vielen kleinen; auf jenen ſind, und zwar auf jedem Gliede, 6 Saphire, 4 Rubinen, 21 Perlen, 3 ſpitze ungeſchnit⸗ tene Diamanten und ein kleiner Smaragd zwiſchen den Perlen. Auf den kleinen: 2 Saphire, 7 Rubinen, 14 Perlen mit 3 ſpitzen ungeſchnittenen Diamanten und einem Smaragd. Dann kommen zwei goldene Kehlbänder, von denen das zweite ſpaniſcher Arbeit und außerordentlich reich mit vielen Diamanten, Smaragden und Rubinen verziert iſt. Das folgende Kehlband hat 39 Perlen. Dann iſt ein Zobel verzeichnet mit goldenem Kopfe und eben ſolchen Füßen, mit 15 Diamanten, 14 Rubinen, 2 Smaragden, die alle um den Kopf herum ſitzen. Die nun aufgezählten Kleinodien ſind gleicher Weiſe ſehr koſtbar; die edeln Steine ſind beträchtlich. Ein goldenes Kleinod iſt ein Schild, in deſſen Mitte ein rothes Kreuz iſt mit 4 Rubin⸗ tafeln und einem ſpitzen Diamanten und an vier Orten 4 Diamantſchilde mit 2 Bildern, darin je ein ſpitzer Diamant. Unten am Kreuz war ein türkiſcher Säbel und ganz am Ende eine Rubintafel, und ſtatt der anhän⸗ genden Perle gleichfalls noch ein Rubin. Die Rückſeite ſtellte die Türken⸗ ſchlacht bei Neuſtadt Anno 1532 vor. Dies Kleinod war ein Orden.

Ein anderes Kleinod mit einerſchlechten anhangenden Perle, war dem Pfalzgrafen im Jahre 1566 von der Churfürſtin zu Sachſen verehrt. Als Neujahrsgeſchenk der gnädigſten Frau Pfalzgräfin an ihren Gemahl vom Jahr 1565 wird eine goldenerunde Uhr aufgeführt, daraufdie Erſchaffung Adam und Evä abgebildet iſt; dieſelbe iſt koſtbar mit Steinen beſetzt. Die nun kommenden Medaillen(Medeien) bilden einen fernern ſehr werthvollen Schmuck. Die erſte, groß und von Gold, hat einenAſtro⸗