Jahrgang 
1 (1858)
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Die alte Erlaucht.

ſte und blickte ihm freundlich in das muntere offene Geſicht und die luſtig blitzenden Augen.Im Ernſt, Hugo, komm' hinüber! Du biſt ja ſeit Ewigkeitzeiten nicht mehr bei mir geweſen denn was waren die zwei Stunden neulich und die acht Tage im Frühling? und weißt doch, wie ſehr mir ein Haus voll luſtiger Herzen zuſagt. Komm' und tobe dich aus. Du ſollſt auch die Zauberſtube haben und kannſt treiben, was dir gefällt. Nur ſollſt du mir Leben ins Schloß und in die beiden Mädchen bringen, daß ſte mich nicht immer ſo gelangweilt anſchauen.Donnerwetter Par⸗ don, Großtantchen! Nein, wollt' ich ſagen, es geht nicht! rief er aus und zog ſich ein paar Schritt' zurück.Und wenn Sie erſt anfangen zu bitten und gute Worte zu geben, da wird's Zeit, daß ich mich ſalvire denn da könnte kein Teufel und kein Engel widerſtehen! Adieu adieu! Hoi ho, Luna! Und ſich mit einem kurzen Nicken abwendend, nahm er die Flinte in die Hand, ſprang über den Graben und war im nächſten Moment, von dem luſtig bellenden Hunde gefolgt, zwiſchen den zuſammenrauſchenden Haſelbüſchen verſchwunden.Hugo, Hugo! rief ſte ihm nach,willſt du gleich dableiben! Hugo, Tollkopf, kommſt du gleich zurüͤck? Ein helles Lachen und ein mehrmals wiederholtes, immer ferner klingendesAdio! Adio! war ſeine Antwort, und dann war alles ſtill; nur die Blätter fluͤſterten im leiſen Wind und hie und da fiel ein dürres Blatt oder eine Eichel aus den hohen Kronen herab auf das trockene Laub des Waldbodens.

Einen Augenblick ſah ſie noch kopfſchüttelnd in den Wald hinein, dann aber wandte ſie ſich langſam ab zum Pferde zuruck und indem ſie die Augen zu dem Leibjäger erhob, ſagte ſie beinah gedankenvoll:ein wilder Patron, Hubert! Schlägt ganz aus der Art! Wenn ich denke, ſein Vater oder ſein Oheim hätten einmal ſo daher fahren und ſpektakeln ſollen himm⸗ liſcher Gott! Und doch iſt's ein wackerer, lieber Knabe, Hubert! ſetzte ſte hinzu, mit einem fluͤchtigen Kopfnicken ihre Worte bekräftigend, nahm dem Alten die Zügel aus der Hand, ſetzte den Fuß in den Bügel und ſchwang ſich aufs Pferd, ſo leicht, wie man es bei ihrer ſtarken ſchweren Geſtalt und ihrem ſichtbar nicht mehr geringen Alter gar nicht erwartet hätte. Der Jäger ſchüttelte den Zaum und wandte ſein Pferd; um ſeine

Augen zeigte ſich ein fluͤchtiges ſchlaues Lächeln.Ja, ja, Erlaucht, be⸗ merkte er,und kommen thut der Herr Graf doch, darauf wett' ich. Kannſt Recht haben, verſetzte ſie, das Geſicht zum Lachen verziehend. Und nun laß uns zur Tannenburg reiten. Du haſt doch den Reitknecht