Jahrgang 
4 (1857)
Einzelbild herunterladen

nward re und vogel⸗ fing am ſich ich all⸗ zm mich

nit mei⸗ daß ic hte, in fte, bis hungert ein we⸗ rend je⸗ hefangen eit und bniß in Freund, de lang ieb.

Erüäh⸗ ͤlkts er⸗

en.

Kitterariſche Aeberſichten.

Fanny Lewald, Die Reiſege⸗ fährten. 2 Bde. Berlin. Guttentag. 1858. Es iſt ein gar angenehmes Ge⸗ fühl, wenn man bei der Durchſicht der zur Beurtheilung vorliegenden Bücher auf eins oder das andere ſtößt, von dem ſchon der Name des Verfaſſers auf dem Titelblatt vornherein die Verſicherung gibt, daß man etwas Werthvolles vor ſich hat, deſſen Lecture Genuß ſchafft, deſſen Anzeige nur Freude machen kann. Der Recenſent liest nicht wie das große Publikum nach Wahl und Geſchmack, ſondern, ſo zu ſagen, nach Pflicht, alles, was ihm zukommt; er kann ein lang⸗ weiliges oder mißfälliges Buch nicht gleichgültig auf die Seite werfen, denn er ſoll ſich nicht allein amuſiren, ſon⸗ dern urtheilen. Er findet von dieſem Geſichtspunkt aus eine Flut von Unbe⸗ deutendheit und Mittelmäßigkeit und un⸗ endlich wenig, an dem er eine wahre und reine Freude haben kann. Es gibt faſt überall etwas zu mißbilligen, zu tadeln, nur ſelten zu loben. Und er iſt am Ende doch auch nur ein Menſch wie ein anderer, der einmal ſeinen Genuß, ſeine Freude haben, nicht immer tadeln, nicht immer ſich mit jenen, beſonders peinlichen Büchern herumſchlagen will, die nicht Fiſch, nicht Fleiſch, nicht gut, nicht ſchlecht, nicht zu verwerfen und doch kaum zu empfehlen ſind. Da muß er einerſeits wohl ſcheu und verdrieß⸗ lich werden und andrerſeits voll auf⸗ athmen, wenn man etwas in die Hand

nimmt, deſſen Werth ob ein wenig höher oder tiefer ihm ſicher zu ſein ſcheint.

Mit einem ſolchen Gefühl nahmen wir das obengenannte Buch zur Hand; wir wußten, daß wir das wenigſtens gewiß darin finden würden, was ſo un⸗ endlich viele Autoren der Neuzeit grade vermiſſen laſſen: eine angemeſſene, tadel⸗ loſe Form und eine feſte Beherrſchung des Stoffs. Und wir hatten uns nicht getäuſcht. Wir finden in dem Buche alles, was Fanny Lewald berühmt und beliebt und zur erſten Schriftſtellerin unſerer jetzigen Litteratur gemacht hat die feſte Anlage, die ruhig fortſchreitende Entwickelung, das iſt wie eine Pflanze, die ſich aus dem einfachen Keime immer breiter und reicher entfaltet und zur ſchönſten Blüthe empordrängt. Dahin kommt man freilich nur, wenn man nicht allein ſeinen Stoff auf das genauſte und bis in die kleinſten Züge kennt und be⸗ herrſcht, ſondern ſich auch ſeiner Mittel bewußt iſt und ſich ihrer ſicher fühlt. Nur da kann dies organiſche Empor⸗ gipfeln und dieſer harmoniſche Abſchluß gelingen, nur da wird man ſeinem Ge⸗ mälde in allen Theilen die durchſichtige Klarheit, das ſchöne, nie überſchrittene Maß geben können, das den Leſer mehr anzieht und angenehmer feſſelt, als alle Auswüchſe oder Ausbrüche einer regel⸗ loſen, ausgelaſſenen Phantaſie. Man fühlt ſich hier immer in der Wirklich⸗ keit, aber nicht in der alltäglichen, ſon⸗ dern in jener erhebenden und erhobenen, die uns der rechte Roman zeigen ſoll.

Auf den Inhalt haben wir hier nicht weiter einzugehn; möge das Publikum dieſe meiſterlichen Schilderungen, dieſe trefflichen Darſtellungen kennen lernen