Jahrgang 
4 (1857)
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Von Ernſt Freiherrn von Bibra. 479

folgend mehrere Schüſſe, und es unterlag keinem Zweifel, daß die Häſcher mit meinen zwei andern Kameraden handgemein geworden waren. Ohne die genaueren Umſtände des Kampfes erfahren zu haben, hörte ich ſpäter, daß einer derſelben erſchoſſen worden und der andere entkommen war; allein man hat nie wieder etwas von ihm gehört, und es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß er entweder in Folge einer erhaltenen Wunde, einſam im Walde ge⸗ ſtorben, oder auf irgend eine andre Weiſe verunglückte.

Was mich betrifft, ſo lief ich noch einige Zeit gerade aus und kam, eben als die Dunkelheit vollſtändig hereingebrochen war, in die Nähe der Küſte. Bis zum Tode ermattet, warf ich mich jetzt auf die Erde, genoß etwas von dem Maisbrode, das ſich in meiner Satteltaſche befand, und wartete auf das Aufgehen des Mondes um einen beſſern Verſteck aufzu⸗ finden, indem ich fürchtete, daß man mich des andern Tages aufs neue verfolgen würde. Beim Mondlichte ſtieg ich ſpäter dicht an der Küſte eine felſige Schlucht hinab und fand etwa vierzig Fuß hoch über der See eine Felſenſpalte, welche geräumig genug war, mich darin verbergen zu können, und ohnweit welcher ſo viel Waſſer aus dem Felſen ſickerte, daß ich meinen brennenden Durſt ſtillen konnte.

Mit Schaudern gedenke ich aber noch heute der Träume jener Nacht, und ich erinnere mich nur einmal in meinem Leben ähnliche qualvolle Traum⸗ bilder gehabt zu haben, als ich nämlich, noch Neuling im Spiele, eines Abends faſt mein halbes Vermögen verloren hatte. In jener Nacht aber in der Felſenſpalte, drängten ſich wild und wechſelnd alle Ereigniſſe und Schrecken des Tages, das Gefecht in den Straßen, die Flucht aus der Stadt, der Kampf im Gebirge. Dann ſah ich meinen getödteten Gefähr⸗ ten und mich ſelbſt neben ihm liegen, unfähig mich zu rühren, während die Häſcher immer näher und näher kamen, und der zweite von mir erſchoſſene Mann, in die Kniee ſank, auf den Boden niederfiel, ſich wieder aufrichtete und abermals niederſank. Ich erinnere mich noch deutlich, daß dieſes Traumbild mir am fürchterlichſten war, während ich merkwürdiger Weiſe kaum des anderen Häſchers gedachte, welchen ich zuerſt getödtet hatte.

Als ich nach einigen Stunden endlich, im Schweiß gebadet erwachte, fiel das Mondlicht blendend und klar in meinen Zufluchtsort, und vor mir lag in ruhiger Größe die See, nur ſchwach gekräuſelt durch eine leichte Briſe, welche zugleich an der Felswand die Bäume ſprechen und flüſtern machte. Dann verſtummten auch ſie, und die Stille der Nacht wurde nur