Jahrgang 
4 (1857)
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Von Ernſt Freiherrn von Bibra.

die Flucht ergreifen würde, oder daß es uns möglich ſein würde, durch die Felſen gedeckt, wieder zu laden, ehe er auf uns feuern könnte. Der Plan war ſo übel nicht, vorausgeſetzt, daß keiner von uns fehl ſchoß, aber leider ſollte alles ganz anders kommen. Als die Leute auf eine beiläufige Ent⸗ fernung von 60 bis 70 Schritte an uns herangekommen waren, hob ſich plötzlich mein Freund faſt mit dem halben Leibe über den Felſen und ſchlug, anſtatt gedeckt zu zielen und raſch zu feuern, auf einen der Polizeimänner an. Faſt gleichzeitig knallten von unten zwei Schüſſe. Auch mein Freund gab Feuer, aber ohne Zweifel nur durch eine krampfhafte Bewegung des Fingers und ohne irgendwie zu treffen, denn er ließ hierauf das Gewehr aus den Händen fallen, welches über den Felſen abwärts fiel, richtete ſich einen Augenblick hoch auf und ſank dann auf den Rücken nieder, um nie wieder aufzuſtehen. Ich meinerſeits ſchoß ebenfalls und einer der beiden Häſcher, welche meinen Gefährten getödtet hatten, ſtürzte zu Boden und rollte nach einigen fruchtloſen Verſuchen, ſich am Geſträuche feſtzuhalten, den Abhang hinunter. Ich war eben im Begriffe, auf den nächſten in der Reihe zu ſchießen, als er und ſein Nebenmann zugleich auf mich Feuer gaben. Einer fehlte, was nicht zu verwundern, indem bei dem ſteilen Terrain ein ſicheres Zielen ſehr ſchwierig war, der andere aber jagte ſeine Kugel etwa eine Handbreit unter meinem Kopf in den Felſen, ſo daß Split⸗

ter des Geſteins mir ins Geſicht fuhren und mich verwundeten, o lücklicher⸗ 7 1

weiſe aber ohne mich zu blenden.

Es gibt Menſchen, welche bei ganz gerin gfügigen Urſachen in Ver⸗ legenheit gerathen und ſich kaum zu helfen wiſſen, bei wichtigen Gel legen⸗ heiten hingegen keineswegs den Kopf verlieren und ſchnell entſchloſſen ſind. Ich glaube, daß ich zu dieſen gehöre, denn obgleich ich mit Ausnahme des am Morgen in der Stadt vorgefallenen Gefechtes nie vorher im Kampfe geweſen und ebenſowenig jemals vorher einen Menſchen getödtet hatte, ſo begriff ich doch im Augenblick, was ich hier zu thun hatte. Einer meiner Verfolger war todt, drei hatten ihre Gewehre abgeſchoſſen und von ihnen drohte mir auf eine kurze Zeit wenig Gefahr, aber der fünfte, der Aeußerſte in der Reihe, kam raſch näher und hatte noch geladen. Gelang es mir, ihn unſchädlich zu machen, ſo war es möglich, zwiſchen den Felſen hindurch⸗ ſchlüpfend, den Wald zu erreichen und, einmal dort, zweifelte ich nicht, mich retten zu könnnen, da der Tag ſich ſeinem Ende zuneigte und ich mit Hülfe der Nacht meine Verfolger zu täuſchen hoffte. Ich nahm alſo jetzt jenen