Jahrgang 
4 (1857)
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hwahr, eich eine welche, Prin⸗ Räthe, möge, wiſſen, für die ꝛuf das Lande welche dieſelbe erlichen achung und zu niß zu

andele nſonſt. reeiche gteret

Von Arthur Schott. 471

hatte indeſſen bereits ein halb Jahr gedient, war aber dann geſtorben, doch nicht ohne vorher die Hälfte ſeines Lohnes vom Herrn genommen zu haben. Dieſer war nun genöthigt, einen andern Knecht zu nehmen, und aus Aer⸗ ger darüber begrub er den Verſtorbenen nicht, ſondern legte ihn in eine Truhe und ſtellte dieſe auf den Boden unter das Dach.Dort, dachte er, ſoll er mir wenigſtens noch als todt dienen, bis ich einen andern habe. Als er aber ſpäter wirklich wieder einen Knecht bekam, ſo vergaß er den Todten und ließ ihn ganz liegen, und ſo fand der neue Knecht die Leiche ſeines Vorgängers. Da ihn dies erbarmte, ſo ſang er ihm die nöthigen Todtengeſänge, gab ihm auch einen Kreuzer in die Hand und hielt ihin, noch todt, wie er war, eine brennende Kerze ein. Er hätte ihn auch beer⸗ digt, allein das wollte ſein hartherziger Gebieter nicht dulden.

Als die Dienſtzeit dieſes zweiten Knechtes nun ebenfalls um war und er, nachdem er ſeinen Lohn empfangen, gehen wollte, kam der Verſtorbene vom Boden herab und begegnete ihm. Anfangs war der Lebende er⸗ ſchrocken, als jener ihn aber freundlich anredete, ſchenkte er ihm Gehör. Der Verſtorbene dankte ihm hierauf freundlich dafür, daß er ihm nach ſeinem Tode Pomana gehalten habe, weßhalb er ihm jetzt den Antrag machte, ſich auſs Kreuz mit ihm zu verbrüdern. Die Furcht ließ es natürlich nicht zu, daß der Erſchrockene viel Einreden machte, und er und der Vampyr wurden deßhalb beide Kreuzbrüder.

Sie gingen nun mit einander fort und weit, weit, bis ſie in einen eiſernen Wald kamen; dort riß der Vampyr einen Zweig ab und warf ihn zur Erde. Hier war aber die Stelle, wo des Kaiſers Tochter in jeder Nacht vorüber kam, um in dieſem Walde mit den Söhnen der Drachen zuſammen⸗ zukommen, mit denen ſie es hielt. Wie ſie nun ſah, daß jemand in der Nähe ſein müſſe, der den Zweig abgebrochen habe, ſo fürchtete ſie belauſcht zu werden, und eilte, ohne ſich aufzuhalten, zu dem Kupferwalde. Kaum hatte ſie aber dieſen betreten, ſo fand ſie auch da ſchon wieder einen abge⸗ brochenen Zweig am Boden liegen, ebenfalls das Werk des Vampyrs, der hier mit ſeinem Kreuzbruder vorübergegangen war. Die Prinzeſſin fürch⸗ tete ſich deßhalb auch da wieder vor Entdeckung und ging weiter an den Ort, wo die Söhne des Drachen wohnten.

Um aber mit ihren zwölf Paar Stiefeln für dieſe Nacht, da ſte ſo weit zu gehen hatte, auszukommen, trug ſtie dieſelben alle in der Hand. Deßhalb war es kein Wunder, daß ihr auf dem Wege zu den Drachenſöhnen