Jahrgang 
4 (1857)
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Von Fr. Gerſtäcker. 467

derte Wunibald reſignirt.Derſelbe Name, den einmal Ihre Frau füh⸗ ren ſoll? rief der Steuerrath.Ich habe keinen anderen, ſtöhnte Wunibald.

Der Steuerrath hatte die Hände auf den Rücken gelegt und ging mit haſtigen Schritten im Zimmer auf und ab. Die Frau Steuerräthin ſtand wie auf Kohlen, wagte aber doch nicht ihr Verſteck zu verlaſſen, und ſah nur durch eine Ritze in der ſpaniſchen Wand, daß Dr. Wunibald und wie hieß nur der Unglückliche? die Hand auf das Fenſterbrett geſtützt hatte, und ſtill und ſtumm vor ſich hin ſtierte.

Das geht nicht, ſagte da der Steuerrath plötzlich, und blieb vor dem jungen Mann ſtehn,das geht wahrhaftig nicht. Hier in Yſtadt nein, es iſt unmöglich! unterbrach er ſich ſelber.Lieber Herr lieber Herr Wunibald, ich will Ihnen gern glauben, daß Ihre Vermögensum⸗ ſtände daß Ihre Stellung im bürgerlichen Leben Sie vollſtändig berech⸗ tigen um die Hand der wackerſten Bürgerstochter zu werben. Ich verſichere Sie, daß ich unter anderen Umſtänden ſtolz darauf geweſen ſein würde,

Sie meinen Schwiegerſohn zu nennen, aber es geht wahrhaftig nicht. Den Namen darf und ſoll mein Kind nicht führen, und wenn Sie Ihren Vater nicht vermögen können ihn zu ändern.Mein Vater würde

mich enterben würde mir fluchen, ſprach Wunibald düſter,wenn ich nur die Andeutung eines ſolchen Wunſches bei ihm laut werden ließe. Er, wie ſeine Vorfahren haben ihn mit Ehren geführt, und mit ordentlich krank⸗ hafter Hartnäckigkeit hängt er daran.

Sie thun mir leid, junger Mann, bemerkte da der Steuerrath ge⸗ rührt.Sie erliegen einem Verhängniß, das Sie, wie ich recht gut fühle, unverſchuldet trifft, aber unter dieſen Umſtänden iſt Roſalinde für Sie ver⸗ loren.Und wollen Sie zwei Herzen brechen, eines Namens wegen? rief der Unglückliche.Ich thue, was ich für meine Pflicht halte, ent⸗ gegnete der Steuerrath ernſt,und Roſalinde iſt eine zu gute Tochter, gegen den Willen ihres Vaters eine Verbindung einzugehn ſelbſt wenn ſie dabei das Bild eines geliebten Mannes aus dem Herzen reißen müßte. Sie ſelber werden aber einſehn, daß Sie unter ſolchen Umſtänden unſer Haus nicht wieder betreten können, und ſo leid mir.

Genug genug! unterbrach ihn aber Wunibald in nicht mehr zu bezwingendem Schmerz.Ich fühle, daß Sie recht haben; ich fühle den Fluch, der auf mir liegt, und darf mich nicht einmal beklagen. Leben Sie 30*