Jahrgang 
4 (1857)
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466 Ein Name.

Klang im Norden, und vor alten Zeiten war mein Ahn, von dem ich in direkter Linie abſtamme, im nordiſchen Reich ſogar berühmt, wie ich Ihnen nicht weiter zu erklären brauche. Ich halte dafür auch etwas auf einen wackeren bürgerlichen Namen, und werde ſtolz darauf ſein in meinen Enkeln ein altes würdiges Geſchlecht fortgepflanzt zu ſehn. Wie heißen Ihre Eltern?

Geben Sie etwas auf einen Namen? lächelte Wunibald, der Frage ausweichend, und dem Steuerrath konnte es nicht entgehen, daß der junge Mann todtenbleich dabei geworden war.Ich? allerdings! ver⸗ ſetzte der Steuerrath erſtaunt.Soll ihn doch meine Tochter ſollen ihn meine Enkel einſt führen. Aber Sie haben mir den Ihrigen noch nicht genannt.Er gehört einem der loyalſten Männer Schleſtens, ſprach Wunibald,einem Ehrenmann, der nicht nur durch ſeinen Reichthum, nein, der auch durch ſein biederes wackeres Herz geachtet und geehrt bei ſeinen Nachbarn ſteht.Das freut mich herzlich zu hören, ſagte der Steuer⸗ rath,und wie heißt der wackere Mann?

Wunibald zögerte noch einen Augenblick, dann fuhr er langſam fort:

Das Herz des Mannes, ſein Wirken und Handeln muß auch ſeinen Werth beſtimmen nicht wahr, ſo denken Sie doch auch? Den Namen gab uns oft ein blindes Ungefähr, ein Zufall, irgend eine tolle übermüthige Laune vielleicht des Ahnen, vielleicht der Neid der Nachbarn, vor uralten Zeiten, denn ſchlechte, klein denkende Menſchen können nichts weniger ertragen, als den Erfolg des Nächſten, der ſich durch die eigene Kraft aus ihrer Sphäre aufgeſchwungen hat.Aber Sie ſpannen mich wirklich auf die Folter, meinte der Steuerrath.Und welchen Namen trägt Ihre Familie, daß Sie einer ſolchen Vorbereitung dazu bedürfen?

Dr. Wunibald ſah dem Steuerrath feſt in's Auge, bog ſich dann zu ihm über und flüſterte ihm etwas in's Ohr. Der Steuerrath fuhr zu⸗ rück, ſchaute den jungen Mann einen Moment von der Seite an, und ſagte dann lächelnd:Oh Sie ſcherzen!Ich gebe Ihnen mein Ehren⸗ wort! verſicherte Wunibald ernſt.

Die Frau Steuerräthin, für welche dieſe Wendung des Geſprächs etwas außerordentlich Ueberraſchendes hatte, gab ſich die äußerſte Mühe das geflüſterte Wort zu verſtehen, war es aber nicht im Stande.

Aber Sie wollen doch nicht behaupten ich muß Sie mißverſtan⸗ den haben! rief jetzt der Steuerrath erſchreckt.Sie wollen doch nicht be⸗ haupten, daß Ihr Vater.Das iſt unſer Familienname, erwi⸗