20 Die Kriegskaſſe.
als Sohnsfrau vorzuſtellen. Ich hätte bedenken müſſen, daß mein Sohn ein Weib braucht, das in Zucht und Ehren Mühe, Laſt und Sorge mit ihm theilen will und kann; ich hätte dich abziehen ſollen von einem Mäd⸗ chen, das mehr Zeit vor dem Spiegel zubrachte als am Herd, das keinen Milchaſch in die Schwemme thun konnte, ohne erſt ihr Bild darin anzu⸗ äugeln. Ich ließ dich in dein Unglück rennen, ich ſteuerte dich darauf. Aber der liebe Gott ſorgte beſſer für dich als deine verblendete Mutter, er verhütete das Unglück, weil es noch Zeit war. Nun geht es freilich nicht ohne Schmerz ab, aber du wirſt doch nicht für dein ganzes Leben elend. Den Schmerz, den dir Gottes Gnade verurſachte, habe ich verſchuldet, und wenn du in mein Herz ſehen könnteſt, ſo würdeſt du finden, wie ich ihn doppelt leide, da ich dich ihn leiden ſehe. Mundl, willſt du mir noch größeres Herzeleid machen?“
„Er fiel ihr ſchluchzend um den Hals und rief:„O nein, Herzens⸗ mutter, nein! Vergib mir alles!“—„Ich habe dir nichts zu vergeben,“ ſagte ſte;„aber nicht wahr, du läſſeſt mich auch nicht mehr ausſtehen, als ich ſchon ausgeſtanden hab' in dieſen Tagen— du trägſt alles, was ſie dir aufbürden, um meinetwillen?“—
„Soll ich mich denn aber zum Dieb machen laſſen?“ fragte Mundl. —„Nein, dazu kann dich niemand machen, als du ſelbſt,“. verſetzte ſie; „du ſollſt nur den Verdacht und die Strafe des Diebſtahls auf dich neh⸗ men, als ein Kreuz, das dir und deiner Mutter von Gott aufgelegt wird, denn was dir geſchieht, geſchieht auch mir.— Aber wer's in Geduld hin⸗ nimmt, der braucht's doch nicht zu tragen, ſondern der Heiland trägt's für ihn. Willſt du, lieber Sohn?“—„Ja, Mutter, ich will,“ ſagte er und gab ihr die Hand.—„Und willſt nicht ſagen, was du im Gründelweiher geſucht, und willſt über alles ſchweigen, was wir vom Hannaugl gehört haben?“—„Ich will,“ verſprach der gute Burſch, und die Mutter um⸗ armte ihn. Jetzt machte der Thurmſchließer, der uns ſo lange allein ge⸗ laſſen, dem Auftritt ein Ende. Ich hatte Mühe, meine Augen trocken zu halten, um nicht wie eine alte Frau vor meiner jungen Mannſchaft zu erſcheinen.
Der Mundl hielt Wort wie ein Mann. Er ließ alles über ſich ergehen, und es ging ihm wahrlich hart. Er ward unter die Soldaten geſteckt, um dieſen Preis behielt er ſeinen ehrlichen Namen. Die arme Mutter theilte mir die Schreckenspoſt mit zitternder Stimme mit, aber ſie klagte nicht.
„Gom er w


