18 Die Kriegskaſſe.
mit Gewalt gezwungen würde, den Hannes zu heirathen. Darauf war er in den Wald gegangen und den halben Tag außen geblieben. Wie er nach Hauſe gekommen, war er viel ruhiger und faſt luſtig geweſen. Die Mutter hatte gute Hoffnung gefaßt. Es iſt ein Unglück, daß es gerade keine Arbeit im Handwerk gibt, hatte ſie gedacht; wenn er recht zu thun hätte, würde
er bald darüber weg ſein. Dann hatte ſie geſagt:„Willſt du dir nicht
etwas zu thun machen, Mundl? Du könnteſt das Hinterdach umdecken.“ Da hatte er geantwortet:„Ja, Mutter, ich will mir etwas zu thun machen, aber etwas Beſſeres.“—„Was denn?“—„Nun, das wirſt du ſchon ſehen, wenn's fertig iſt.“— Gut, hatte die Mutter gedacht und war ruhig geworden.
„Den andern Morgen mit Tagesanbruch war der Mundl ſchon mit Spitzhaue und Schaufel in den Wald gegangen. Was mag er nur vor⸗ haben? hatte die Mutter gedacht.— Nun, was hatte er vor? Der Heger hatte es bald weg. Der ſah ihn in den Wald gehen und folgte ihm in der Entfernung nach. Der Mundl ſchlug den Weg nach dem tiefen Gründel ein. Das iſt eine Stelle mitten im Wald nach der Landesgrenze hin. Die Seiten ſind mit ſchöner Birkenjugend bewachſen, die Sohle iſt künſtliche Wieſe. Unten verliert ſie ſich in eine grauſige Schlucht mit einer tiefen Höhle. Damals war die Wieſe aber ein ſumpfiges Moor und gleich ob der Schlucht befand ſich ein kleiner„Weiher“ voll ſchwarzen Waſſers, das für unergründlich tief galt. Es ging die Sage von einer Nire, die darin hauſe, auch war's ſonſt nicht geheuer dort. Niemand ging⸗gern dahin. Doch führte die alte Straße nahe vorbei.
„Alſo dorthin ging der Mundl mit ſeinem Werkzeug, und was machte er? Er hackte und grub in den Damm, der den Weiher von der Schlucht trennte. Der will den Weiher ablaſſen und meine Fiſche ſtehlen! hatte der Heger gedacht; wart, dem will ich das Handwerk legen, jetzt mag er nur graben, bis er ans Waſſer kommt. So ſagte nämlich der Heger vor Amt aus, wer weiß, was er für Hintergedanken hatte! Er wartete zwei, drei, vier Tage— einen Morgen wie den andern ging der Mundl ins Gründel und grub. Endlich war's Zeit, ihm in den Arm zu fallen; der Heger nahm einen Förſterburſchen und eine Gerichtsperſon mit und fing den Mundl bei ſeiner Arbeit. Seine Anzeige lautete auf verſuchten Fiſchdiebſtahl und Verletzung des herrſchaftlichen Waldgrundes. Ich wußte wohl, daß es dem Mundl um etwas Anderes zu thun war, als um die Fiſche des Hegers.
4
————.


