Jahrgang 
2 (1857)
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14 Die Kriegskaſſe.

deines Madels nicht ſicherer biſt, ſo iſt die ganze Liebſchaft keinen Schnal⸗ lendorn werth! Ein Burſch wie du muß auf ſeinen Schatz Häuſer bauen können! Das ſchien ihm einzuleuchten, und ich verließ das Haus in der beſten Hoffnung.

Der Meier Hannes blieb lange auf ſeinem Werbegang. Erſt nach zwei Stunden ſah ich ihn wieder das Dorf herabkommen, und das wollte etwas ſagen von einem Mann, der die Minuten zu Rath hielt wie die Kreuzer. Ich ſtand unter der Hausthür, als er vorbeiging. Er grüßte mich lächelnd.'s iſt richtig, dachte ich, konnte mich aber nicht enthal⸗ ten ihn zu fragen:Nun, wie ſteht's, Herr Hannes? Werden wir bald das gute Zeug auflegen können zu Euerm Ehrentag?Hm! ſagte er,gut Ding will Weile haben; Ihr wißt, ein Mädchenherz läßt ſich nicht in einem Schmiedefeuer weich machen und flugs hämmern, wie man's haben will, aber will' Gott, ſo beſtell' ich in vierzehn Tagen das Aufgebot. Ihr wißt, das Madl hat ein wenig Liebſchaft mit ihrem Nachbarskind; es iſt ein braver Burſch, aber er hat nichts, und der Heger würde ihm ſeine Tochter nicht geben, wenn ich auch nicht im Spiel wäre. Das ſieht auch die Kleine ein, aber es thut ihr doch leid um den Burſchen und ſie möchte ihm nicht gern ſo mir nichts dir nichts den Abſchied geben. Wie iſt's, Joſeph? ſo heiß ich nämlichIhr ſeid gut bekannt im Wällehaus vielleicht wäre dem Mundl mit einem runden Sümmchen mehr gedient als mit dem runden Hegerskind, das doch als ſeine Frau nicht gut thun würde. Wenn er gutwillig zurückträte, es ſollte mir auf ein⸗ hundert Gulden Zwanziger nicht ankommen. Wollt Ihr mir als Mittels⸗ mann dienen, ſo ſoll's Euer Schaden nicht ſein. Ich gehe damit um, das Schnallengeſchäft ins Große zu treiben und brauche dann einen ſachverſtän⸗ digen Beiſtand. Wir ſprechen noch davon. Jetzt ſagt, wollt Ihr mir bei dem jungen Pohl dienen?

Ich danke für Euer Zutrauen, Herr Hannes, erwiderte ich,aber ich glaube, Ihr könntet dem Mundl ſeinen Schatz für tauſend Gulden nicht abkaufen. Ich will Euch was ſagen: liegt Euch ſo viel an der Marie, daß Ihr nicht von ihr laſſen könnt?

Er zuckte die Achſeln und ſah mich groß an.Joſeph, ſagte er,ich mein', Ihr kennt mich ein wenig; bin kein Gefühlslappen, hatte nie be⸗ ſonderes Gefallen am Mondſchein. Ich dachte: ja, des Paſchens halber!

So lang ich kein Weib brauchte, fuhr er fort,bin ich keinem nach⸗