Von Elfried von Taura. 11 noch beim Aermel.„Nicht ſo raſch, Babet,“ ſagte ich,„Ihr möchtet es bereuen! Was wollt Ihr thun?“—„Ins Oberamt will ich gehen und anzeigen, was der Hannaugl alles geſagt hat und wie alles zuſammen⸗ ſtimmt, daß mein Anton nach der Kulmer Schlacht die beiden Franzoſen geführt und nicht wiedergekommen, bald hernach aber der Meier Hannes den großen Handel angefangen— das iſt nicht mit rechten Dingen zugegangen.“
„Babet, Babet!“ ſagte ich erſchrocken,„macht Euch nicht ſelbſt un⸗ glücklich! Ihr wißt nicht, was es heißt, einen ſo angeſehenen Mann, wie der Meier Hannes iſt, auf den Tod anklagen ohne Beweis. Das kann Euch ins Zuchthaus bringen und den Mundl um Haus und Hof!“—, Wie kann das ſein!“ rief ſie;„wenn im Lande noch Gerechtigkeit iſt, ſo muß die Sach unterſucht werden.“
„Gewiß!“ antwortete ich,„wenn Ihr klagt, wird's am Unterſuchen nicht fehlen. Das iſt was für die Schreiber; die werden ganze Rieß Papier darüber verſchmieren— und was wird herauskommen? Euer eigenes Ver⸗ derben, wenn Ihr den Meier Hannes nicht überführen könnt. Und das könnt Ihr nicht, denn der Hannaugl iſt todt und einen andern Zeugen habt Ihr nicht. Und wenn auch der Hannaugl noch lebte, wer weiß— würde er nüchtern beſtätigen, was er im Rauſch geplauſcht hat?“
„Aber wenn man im Gründelweiher ſuchte!“ wendete ſie ein.— „Bah!“ ſagte ich,„der Gründelweiher iſt ſo tief wie unſere Kirche; wer will da hinabſteigen? Und geſetzt, man fände darin, was Ihr denkt, ſo iſt noch immer nichts gegen den Meier Hannes bewieſen. Und ich halt' ihn auch einer ſolchen That nicht fähig, mag er ſein, wie er will. Wißt Ihr was? Wir wollen dem Pater die Sach' vortragen. Wenn's Euch recht iſt, geh' ich mit Euch auf die Pfarrei; was der Pater ſagt, das ſoll recht ſein.“
„Sie war's zufrieden und wir gingen zum Pater. Das war ein gar lieber Herr, der ein Herz hatte für jedes Menſchenleid wie für jede Men⸗ ſchenfreude. Er hörte aufmerkſam an, was ihm die Babet ſagte von ihres Mundels bedrohter Liebe und von dem Verdacht wider den Meier Hannes. Wie ſie ausgeredet hatte, ſagte er:„Ich begreife Euern Schmerz, liebe Frau; aber der gerechteſte Schmerz wird zur Sünde, wenn wir ihn zu unſerm Meiſter werden laſſen. Laßt uns einmal Euer Anliegen recht be⸗ trachten. Ihr fürchtet, daß dem Sohn ſeine Erwählte und damit ſein Lebensglück geraubt werde. Ich fürchte es nicht. Zu dem Handel, den der
Heger mit dem Meier geſchloſſen, muß natürlich erſt die Hauptperſon Ja


