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18 Das Haus van der Roos.
erſchrecke. Sie war aufgeſtanden und ſtützte ihre Hand auf das Arbeits⸗ tiſchchen vor dem Stuhl. Ihre Stimme war feſt und entſchloſſen, als ſie ſagte:„meine ganze— ſagteſt du. Willſt du fortfahren? Ich möchte das Wort wiſſen, welches in deinem Sinn mein Weſen bezeichnet.“— Er trat einen Schritt näher.„Dein Verbrechen, Sünderin!“ ſprach er hart,„dein Verbrechen ſoll der verfluchte Name dir zurückrufen!“— „Du redeſt nicht wahr,“ verſetzte ſte, immer in der gleichen Stellung, „das war das Wort nicht, vor dem ſelbſt du erſchrackſt. Ich kenne dich auch, Roos; ich habe nicht umſonſt einunddreißig Jahre mit dir gelebt. Aber gleichviel,“ fuhr ſte fort,„es kommt nicht auf etwas mehr oder minder an; ich habe das Wort ſchon einmal gehört und dir ſchon ein⸗ mal meine Antwort gegeben. Sie iſt dieſelbe jetzt wie damals—.“— „Magdalene!“ unterbrach er ſie drohend.—„Geduld!“ erwiderte ſte beinah herriſch,„ich bin noch nicht fertig! Und in dem, was du mir zurückrufen willſt, irrſt du auch. Du rufſt mir Florentin zurück— glaubſt du, Thor, daß ich ihn vergeſſen? Du rufſt mir einen Menſchen zurück, der hundertmal edler und beſſer war als ihr alle; einen Menſchen, der keinen Fehler hatte als ſein heißes Blut und ſeine Knabenwildheit, wie ein jeder das hat und austobt und dann doch ein rechter und braver Menſch wird, wenn in ihm eine wackere Natur iſt, wenn eine treue Hand ihn leitet, ein treues Aug über ihn Wache hält. Aber ihr habt ihm eine kalte, eiſerne Hand auf das glühende Haupt gelegt,“ fuhr ſie erregt fort,„ihr habt mit kaltem Auge in das heiße, junge Leben geſehn. Ihr wolltet ihn in Knechtſchaft halten, er ſollte ſich beugen unter eure Tyrannei.“
„Magdalene— Weib!“ unterbrach er ſie wieder mit vor Zorn— oder war es Erſtaunen?— bebendem Ton.—„Rufe mich nicht— ich bin hier!“ war ihre Antwort und ihre Stimme war ſo hell und feſt wie Stahl,—„ich bin hier, Roos, ich will dir einmal ſagen, wie es war! Du haſt ja die Todten wach gerufen!— So war Florentin, ſo wart ihr, du und deine Mutter und der Conſul. So habt ihr ihn gequält, den wackern Kna⸗ ben, bis er ſich gegen euch erhob! So hetztet ihr ihn in Verderben und Elenb — ihr thatet das, ihr! Und er hatte niemand als mich, die ihn vertheidigte, niemand als mich, die ihn tröſtete— und als es gar nicht anders ging, da nahmt ihr ihm auch mich; denn ihr entblödetet euch nicht, etwas auf uns zu werfen, vor deſſen bloßem Gedanken ſchon ihr hättet vor Scham
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