Jahrgang 
1 (1857)
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Von Edmund Hoefer. 9

verſchloſſen, auf welchen große Nägelköpfe kunſtvoll verſchlungene Arabes⸗ ken zeichnen. Zwei kleine metallene ruhende Löwen bilden rechts und links den Griff und den Hammer der Thüre. Und auf beiden Seiten der⸗ ſelben endlich ſind vom Hauſe zwei große ſogenannte Kellerhälſe vorge⸗ ſtreckt, die zu den geräumigen Kellern führen, während zwiſchen ihnen die Stufen eingefugt ſind, welche ſich bis zum Auftritt in der Thürniſche erheben.

Im Hauſe drinnen ſind rechts drei von vorn nach hinten liegende Comptoirzimmer, links nur eine Art Vor⸗ oder Warteſtube, wo ſich auch ein Diener oder der Hausknecht aufzuhalten hat. Nach hinten hinaus lie⸗ gen hier Küche und Vorrathskammer. Zwiſchen dieſen verſchiedenen Ge⸗ mächern erſtreckt ſich durch das ganze Haus ein vorn ſchmaler, weiter hinten aber ſich ausbreitender großer Flur. In der Höhe des erſten Geſchoſſes umgibt ihn in ſeiner hintern breiteren Hälfte eine geräumige Gallerie, die rings vor den droben befindlichen Familien⸗ und Wohnzimmern der Be⸗ wohner herumläuft und von unten auf beiden Seiten durch eine maſſive uralte eichene Treppe erſtiegen wird. Die Balkenlage, welche den eigent⸗ lichen Bau von den Giebel⸗ und Bodenräumen trennt, bildet mit ihren gebräunten und roh geſchnitzten Balken und ihren getünchten Zwiſchen⸗ räumen die Decke über dem Flur. In der Mitte iſt aber wieder eine vier⸗ eckige Oeffnung, die ſich in jedem höher gelegenen Boden wiederholt, bis man endlich in ſchwindelnder Höhe unter der Firſt des Daches die ſtarke Winde gewahrt, mittelſt welcher Güter und Waaren ſogleich hinauf oder herab zu ſchaffen ſind.

Auf dem Hofe ſchließt ſich links an das Haupthaus ein nur wenig jüngerer, aber gar ſchlichter Bau, in dem unten die Wohnung der Alten i*ſt, welche ſich zur Ruhe ſetzten. Darüber ſind noch Wohn⸗ oder Schlaf⸗ zimmer der Familie, denn trotz ſeiner enormen Größe ſind in dem alten Hauſe, wie wir es überall in ſolchen Gebäuden finden, nur wenige, und nach unſern Begriffen für eine größere Familie nicht genügende Wohn⸗ räume. Im Uebrigen ſind auf dem Hofe noch Stallung und Remiſe, und eine ganze Reihe mächtiger Speicher, wie eine ordentliche Straße, bis zur Stadtmauer. Und vom Altenbau, wie das Hinterhaus genannt wird, zieht ſich längs der Speicher und gleichfalls bis zur Stadtmauer endlich ein großer, mit hohen Mauern umgebener Garten hin.

Das iſt das reiche und werthvolle Beſitzthum eines uralten Patricier⸗