Der hundertjährige Flaſchenkeller in N.
Von J. D. Walter.
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N. iſt ſchön. Wer niemals dort geweſen, niemals in einer jener klaſſiſchen Bierſtuben geſeſſen, der kennt die Poeſie des deutſchen Kneiplebens nur vom Hörenſagen.
Die Fremden, die hin kommen, werden wieſen, und unter den Merkwürdigkeiten der St Linie das daran ſtoßende Haus. Nun findet man aber in jeder größeren Stadt eine Harmonie, ein Caſtno oder einen Bürgerverein, der dem Muſeum Ns entſpricht, doch jene gemüthlichen Bierſtuben findet man nur einmal in der Welt, und die Fremden bekommen nichts davon zu ſehen, wenn ſie ihr guter Stern nicht von ſelber hinführt. Was nun das erwähnte Haus betrifft, ſo würde es eine Zierde der Frankfurter Zeile und der Münchener Ludwigs⸗ ſtraße ſein. Damit iſt aber auch alles geſagt. In jenem modernen, flachen,
nivellirenden Geſchmacke erbaut, der die kecken, luftigen Gedanken einer ori⸗ ginelleren Bauperiode wie eroberte Feſt
tungswerke ſchleift, und um dieſer ſeiner Gedankenloſigkeit willen für klaſſiſch erachtet wird, paßt das Haus
nicht in die winkeligen Gaſſen N.s, deren äußeres Geſicht noch unver⸗ ändert gothiſch iſt, und wo auch das Innere der Häuſer deutlich genug die Spuren des Familienlebens längſtverfloſſener Zeiten bewahrt. Wenn ein mittelalteriger Urahn, der im oſtindiſchen Handel mit kühner Wagniß Reich⸗ thümer aufſpeicherte, und ein Großvater Roccoco, deſſen Lebensaufgabe nur in der Erhaltung des ererbten Vermögens beſtand, zu dem Enkel, dem heu⸗ tigen kleinen Waarenhändler ins Zimmer treten würden, es könnten dem Einen die anderthalb, dem Andern die drei Jahrhunderte kaum bemerkbar
werden, die verfloſſen ſind, ſeitdem er das zeitliche N. mit dem ewigen vertauſchte.
zumeiſt in das Muſeum ge⸗ adt zeigt man ihnen in erſter


