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26 Der ſchwarze Annibale.
laut ſtöhnen in ſchweren Seufzern. Nur als ich ihm ſagte, daß der Rafaello Möoͤnch geworden und daß der Pater Ignazio auch Angela halb und halb überredet, den Schleier zu nehmen und daß es überhaupt mir ſcheinen wolle, als habe es der Pater darauf abgeſehen, den Don Gaetano kinderlos zu machen, damit ſein Gut dem Kloſter zufalle, und als ich ihn fragte, ob er es nicht auch geweſen, der ihm damals die Sache mit Carmela und des Vaters Plan, ſie mit dem Zollwächter zu verheirathen, heimlich verrathen habe, während er doch dazu den Anſchlag gegeben, da knirſchte der arme Annibale mit den Zähnen und ballte die Hände gen Himmel mit einem ſo furchtbaren Fluche, daß mir war, als würde das Blut in den Adern zu Eis. Dann aber faßte er ſich plötzlich wieder, und als ſchäme er ſich der gezeigten Auf⸗ regung, wandte er ſich mit ruhigem Geſichte zu mir und ſagte:„Mit mir iſt es aus, Vincenzo, mir iſt nicht mehr zu helfen. Aber den Pater Ignazio vermache ich dem beſten Freunde, den ich auf der Erde zurücklaſſe, wenn ich von ihr ſcheide. Beſtelle ihm das, denn du kennſt ihn. Und nun lebe wohl, und—“ hier fing ſeine Stimme an ein wenig zu ſchwanken den Vater, und ſage ihm, daß ich unſchuldig ſterbe. hab' ich nicht erſchlagen, und was ich ſpäter anders konnte und weil ſie mich ungerecht verurtheilt hatten.“ Damit winkte er mir mit der Hand und ich ging hinaus mit zerriſſenem Herzen, kaum der eigenen Sinne mächtig genug, um zu hören, daß mir Carmela unter her⸗ vorſtürzenden Thränen noch nachrief:„grüße die Angela von mir, Vincenzo!“ Nun ſtand es freilich mit dem Annibale nicht ganz ſo hoffnungslos,
wie er ſelbſt und die Meiſten dachten. Ich hörte ſogar, daß ihm das Leben zugeſagt, ja völlige Begnadigung angeboten ſei, wenn er bekennen wolle, wer die Leute in Neapel ſeien, mit denen er
„grüße mir Denn den Zollwächter gethan, that ich, weil ich nicht
in Verbindung geſtanden und von wem die Briefe geſchrieben ſeien, die man bei ihm gefunden, welche ihn aufforderten, ſich mit ſeiner Schaar bereit zu halten, wenn man in der Haupt⸗ ſtadt losbreche gegen den König und das Governo, um beide fortzujagen und mit Hülfe der Franzoſen eine Republik zu machen zu des Volkes Beſten. Aber der Annibale blieb ſtumm und antwortete auf alle ihm deßhalb ge⸗ ſtellten Fragen nur mit finſterem verachtendem Trotze: Er wolle es nicht machen, wie das Governo, das nur durch Verrath ſeine Sache zu gewinnen wiſſe!— Dabei blieb er in allen Verhören, und von Reue über ſeine Thaten war vollends gar nichts zu ſpüren. Denn er glaubte in vollem Rechte geweſen zu ſein gegen das Governo, deſſen Gerichte ihn unſchuldig zu ſchwerer


