Jahrgang 
1 (1855)
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Schilderungen aus Spanien.

ſie wußten mir den früheren Wohnort ihrer Eltern nicht anzugeben. Auf meine Aeußerung, daß dieſelben vermuthlich vom Rhein gekommen ſeien, mußte ich erfahren, daß ihre Kinder den Rhein ſelbſt nicht einmal dem Namen nach kannten.

Der Gaſthof, wo die Diligence anhielt, war indeſſen ſo reinlich und deutſch heimlich, dabei hatten die Aufwärterinnen oder Töchter des Hauſes ſo unverkennbare Zeichen ihrer Abſtammung, nicht nur blonde Haare und blaue Augen, ſondern auch der Ausdruck ihres Geſichts, die Bildung ihres Kopfes, ihre ganze Geſtalt und Haltung erinnerte uns ſo ſehr an die Hei⸗ mat, daß wir ihnen unwillkürlich die Hand entgegenſtreckten und auf gut ſchwäbiſche Art: grüß Gott! zuriefen. Doch erging es uns nicht einmal wie dem ebengenannten Reiſenden vor uns: im ganzen Hauſe wußte niemand mehr ein Wort von der Mutterſprache der Großeltern. Der Wirth erinnerte ſich als kleiner Knabe die für ihn fremde Sprache öfter gehört zu haben. Das war aber auch Alles. Längere Zeit nach dem Entſtehen hatte man in la Carolina noch Manches von deutſchen Sitten und Gebräuchen beibehal⸗ ten; ſo wurde an Sonn⸗ und Feſttagen bei Geigen⸗ und Flötenklang unter der Linde getrunken und gewalzt, während von der andern Seite des Dorfes her die Guitarren ſchnarrten, die Caſtagnetten knackten und dazu der Fan⸗ dango aufgeführt wurde. Vollkommen verſchmolzen haben ſich die deutſchen Einwanderer auch heutigen Tages mit den Spaniern noch nicht; wenn ſie auch jetzt die gleiche Sprache ſprechen, ſo ſind ſie doch eigen und abgeſondert geblieben, und das nicht nur in Geſicht und Körperbau, ſondern ſogar in der Kleidung und ihrem Weſen. Erzählt doch Rochau ferner:Als ich in la Carolina einfuhr, ſchauten ein paar junge, friſche Mädchen neugierig aus dem Gitterferſter eines der erſten Häuſer, und ich begrüßte ſie auf den erſten Blick im Herzen als Landsmänninnen. Ein junger Offizier, mein Wagennachbar, der ohne Zweifel gleichfalls Rechte der Landsmannſchaft gegen die hübſchen Carolinerinnen zu haben glaubte, erlaubte ſich, dieſelben durch einen artigen Wink mit der Hand geltend zu machen. Ein ſpaniſches Landmädchen würde den Gruß des galanten Lieutenants wie einen ganz erlaubten Scherz aufgenommen und vielleicht lachend erwidert haben, die beiden Carolinerinnen aber wandten ſich beleidigt ab und klirrend flog das Fenſter hinter ihnen zu. Welch ein beredter Commentar zu den Geſichtern!

Nachdem wir über eine Stunde lang im Gaſthof von la Carolina zugebracht, fuhren wir gegen zehn Uhr weiter. Die Nacht war finſter, und

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