Jahrgang 
1 (1855)
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n für n des gang, Abend Maul⸗ Thiere onung 2, wo je von itlang ſſchien dthlich rechts

Alonſo

Von F. W. Hackländer. 465

ſtehung milden Stiftungen und Erbſchaften zu dieſem Zwecke gemacht, oder wurden von irgend einem großen Herrn erbaut, deſſen Wappen in Stein gehauen dann auch meiſtens über dem Thore zu ſehen iſt. Hinter dieſem Thor beginnt ein großer Raum, eine einzige gewaltige Halle, deren Decke vom Dache mit ſeinem Sparrenwerk gebildet und von zwei bis drei Rei⸗ hen ſtarker ſteinerner Pfeiler getragen wird. In dieſem Raum herrſcht Tag und Nacht ein beſtändiges Halbdunkel, welches ebenſo wenig das große Herdfeuer oder einige Oellampen zu vertreiben vermögen, als das Tages⸗ licht, das nur durch ein paar unbedeutende Lucken oder ſonſtige kleine Oeffnungen einzudringen vermag. Das Auge muß ſich zuerſt an die Dun⸗ kelheit gewöhnen, die hier herrſcht, ehe es die Gegenſtände rings umher er⸗ kennen kann. Vermag man den ganzen Raum zu überſehen, ſo bemerkt man wohl, daß hier etwa drei⸗ bis vierhundert Maulthiere mit ihren Führern, Karren und Ballen Platz haben. Links vom Thor ſtehen die beladenen Fuhrmannskarren, ſo eng als möglich zuſammengeſchoben, und dahinter an den Wänden ſind die Maulthiere angebunden, die zuweilen ſtampfen, ſchnau⸗ ben und ſich ſchütteln, wobei man ihre Halfterketten raſſeln hört. Rings um die Pfeiler, welche das Dach tragen, ſieht man Ballen und Fäſſer, Kiſten und Kaſten, und es dienen dieſe wieder zum Lager einiger ſchläfrigen Arriero's, welche ſchon ausgeſtreckt dort liegen.

Doch laſſen wir alle die ebengenannten Gegenſtände in ihrem Halb⸗ dunkel und wenden uns rechts vom Eingange, wo am andern Ende der Halle auf dem gepflaſterten Boden ein gaſtliches Feuer hoch emporlodert. Um eine künſtliche Ableitung des Rauches bekümmert ſich der ſpaniſche Bau⸗ meiſter nicht; der ſucht ſeinen Weg theils durch die Dachlucken, theils zieht er hoch oben als leichtes Gewölk durch die ganze Halle. Neben dem Herde befindet ſich gewöhnlich eine Art von Verſchlag, wo der Ventero oder die Padrona das Bischen Küchengeſchirr, auch Flaſchen und Gläſer aufgeſtellt hat, welche ſie zu ihrer Wirthſchaft braucht; daran ſchließt ſich öfters ein ſtarkes hölzernes Geſtell mit mehreren oft mannshohen und verhältnißmäßig breiten Krügen von rothem Thon, welche den Waſſerbedarf für das Vieh enthalten; darüber befinden ſich auf einem Brette kleine zierliche Gefäße für den Gebrauch der Reiſenden ſelbſt. In nächſter Nähe des Herdes ſieht man eine Art Divan, natürlicher Weiſe roh von Holz gemacht, an den Wänden hinlaufen, auf welchem hie und da ein kleines Polſter oder ein

Hausblätter. Jahrg. 1855. I. Bd. 30