Von F. W. Hackländer. 15 om⸗ hat zu viel Chancen für mich,“ ſetzte er mit ſeltſam klingender Stimme Pa⸗ hinzu,„weßhalb ich Ihnen vorſchlage, lieber Rittmeiſter: Zehn gegen Eins,
der Graf wird die Baronin heirathen.“—„Wenn Sie wollen, verlange viel ich es nicht beſſer,“ erwiderte der Rittmeiſter lachend.„Alſo zehn Louisd'or Ba⸗ gegen hundert, wenn es Ihnen ſo recht iſt. Heirathet der Graf, ſo zahle ich nur ſie, und umgekehrt erhalte ich die hundert Louisd'or.“—„Abgemacht!“—
ge⸗„Womit du für heute Abend befriedigtſein wirſt,“ ſagte Julius.„Glaubemir, Eugen, die zehn Louisd'or ſind dir ſicher. Es iſt eigenthümlich,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„wie ein Name, der uns mit einemmal auf's Neue wieder
die ag, anklingt, ſo lebendige Erinnerungen längſtvergangener Zeiten wach rufen oen kann— Graf Rieden. Iſt mir's doch gerade, als ſtände ich wieder vor ſch dem alten Poſthauſe in Terni, wo die lange Geſtalt dieſes Herrn vor mich eu hintrat und ſeinen Namen nannte,— Graf Rieden, der ſich ein Vergnü⸗ der gen daraus machen würde, uns zu den Waſſerfällen zu begleiten.“—„Ja, g4, das waren ſchöne Zeiten,“ ſeufzte der Vicomte;„ſo was kommt nur ein⸗ ge mal im Leben.“—„Ich wette, Sie waren damals verliebt,“ ſprach der Ritt⸗ meiſter.—„Dagegen kann er nie wetten,“ bemerkte lachend der Hausherr, „denn der glückliche Vicomte fällt von einer Roſenkette in die andere.“— nit„Aber damals,“ ſagte Julius.—„Ja damals,“ ſeufzte der Vicomte.— 4 ih„Das müſſen ja fürchterliche Erinnerungen ſein,“ miſchte ſich die Baronin kei ins Geſpräch,„und jetzt begreife ich vollkommen, daß Sie der Anblick des di Grafen Rieden ſo erſchüttert hat und Sie ihn mit gebrochenen Herzen in ü⸗ Verbindung brachten.“ hine„Es war eine komiſche Zeit,“ meinte Julius nachdenkend.—„Ich habe fuhr doch auch ſchon viel über jene Reiſe gehört,“ ſagte die Baronin,„aber an etwas eich beſonders Merkwürdiges erinnere ich mich nicht; George, George, du ſcheinſt nafen mir von deinen Erlebniſſen viel verſchwiegen zu haben!“—„Aber was Terni eiſter anbelangt, gewiß mit Unrecht, gnädige Frau,“ ſprach Julius;„da war er liebenswürdiger Freund und mehr nicht.“—„Nun, wie war denn inem die Geſchichte?“ warf die junge Frau hin.„Der Hauptheld derſelben ſoll 7 5 erzählen.“—„Das iſt der Graf Rieden,“ ſagte lachend der Vicomte,„und me.“ der iſt Gott ſei Dank zu weit entfernt, um uns unterhalten zu können. Ihm leiche aber folgt Julius im Range, und er ſoll uns mit ſeiner bekannten Schärfe den 12“ Tag von Terni und was darauf folgte vor die Augen führen.“—„Wo⸗ ünde für wir außerordentlich dankbar ſein werden,“ ſagte die Baronin.—„Ehe Die aber unſer freundlicher Erzähler beginnt, bitte ich eine Taſſe Thee anzuneh⸗
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