Teil eines Werkes 
Band 2
Seite
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Auch in der Porträtmalerei hat Delaroche höchſt Be⸗ deutſames geleiſtet. Seine Bildniſſe des Miniſters Guizot (geſt. v. Calamatta) und des Grafen Molé ſind her⸗ vorragende Erſcheinungen, namentlich aber ſein Porträt Napoleons, welches wir im Holzſchnitt auf Seite 545 geben, iſt, obgleich nicht nach der Natur gemalt, das ähnlichſte und geiſtreichſte von allen Bildniſſen des Kaiſers.

Außer den angeführten Werken des Meiſters ſind uns von Zeichnungen und Bildern von Delaroche noch bekannt, unter den erſteren: der Tod Ludwig XIII.; die Folgen eines Zweikampfs; der Abſchied Karl. I. von ſeinen Kin⸗ dern; eine Vorleſung; das Kartenhaus; der Herzog von Guiſe bei der Belagerung von Metz und ein umgeſchlage⸗ nes Boot in der Brandung(in der Gallerie des L. Ra⸗ venet zu Berlin), eine in Kreide ausgeführte Zeichnung,

welche von der früheren Richtung des Künſtlers in der

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;

Landſchaftsmalerei eine hohe Vorſtellung gibt. Unter den letzteren: eine Kreuzabnahme; die ſieben Schmerzen der Maria; die Jungfrau von Orleans; der heil. Vinzens von Paula; der Tod des A. Earacci; Filippo Lippi; die Kin⸗ der im Gewitter; eine Scene aus der Bartholomäusnacht; der letzte Präſident und Gallilei. In das Album der Her⸗ zogin von Montpenſier malte er 1846 eine ſehr ſchöne Aquarelle: das letzte Gaſtmahl der Girondiſten.

Delaroche war Mitglied der Akademien zu Paris, Amſterdam und St. Petersburg. Er erhielt 1828 das Ritter⸗ und 1834 das Offizierskreuz der Ehrenlegion, 1843 vom Großherzog von Sachſen⸗Weimar das Ritterkreuz des Ordens vom weißen Falken und vom Könige von Preußen den Orden pour le mérite. Seine im Jahre 1845 verſtorbene Gemahlin war eine Tochter von Horace Vernet. Er ſtarb am 4. Nov. 1856 zu Paris.

Die Eingeborenen Süd-Auſtraliens.

Die Ureinwohner des auſtraliſchen Feſtlandes, ſoweit ſolche den Europäern oder Anſiedlern bekannt worden ſind, zeigen in Bezug auf Körperbau, Lebensweiſe, Charakter, Sitten und Gebräuche eine auffallende Uebereinſtimmung, und die wahrnehmbaren geringen Verſchiedenheiten, die un⸗ ter ihnen vorkommen, ſind nur als Folge örtlicher Ein⸗ flüſſe zu betrachten, die bei einem Volke, das über einen Raum von faſt 150,000 Quadratmeilen ſpärlich verbreitet iſt, niemals ausbleiben werden.

Die Männer, wenigſtens in Südauſtralien und Vic⸗ toria, ſind meiſt wohlgebaut und muskulös, 56 engliſche Fuß hoch, und Arme und Beine größtentheils ebenmäßig geſtaltet. Das Vordergehirn iſt bei ihnen gut entwickelt, und der Geſichtswinkel erſcheint bei weitem weniger ſpitz, als bei anderen ſchwarzen Raſſen. Tiefliegende, aber große, ſchwarze und ausdrucksvolle Augen, eine platte Naſe, ein großer, oft aufgeworfener Mund mit guten und ſchönen Zähnen, gehören zu den Eigenthümlichkeiten der Geſichts⸗ bildung; und hierzu kommt noch ein kurzer Hals, meiſtens kleine Hände und Füße, und im Allgemeinen dünne Waden. Die Bruſt iſt breit und verräth große Körperkraft; Hal⸗ tung, Gang und Bewegung ſind im Ganzen gefällig. Die Frauen erreichen nur ſelten eine Höhe von fünf Fuß. Das Vordergehirn iſt bei ihnen nicht in dem Grade entwickelt, wie bei den Männern; der Scheitelwirbel liegt weiter rück wärts; der Geſichtswinkel iſt ſpitzer; Arme und Beine ſind, wahrſcheinlich in Folge der Mühſeligkeiten, Entbeh⸗ rungen und harten Behandlung, welchen ſie von Jugend auf preisgegeben ſind, auffallend magerer. Der Urein⸗ wohner Auſtraliens betrachtet, wie alle Wilden, ſein Weib als ſeine Sklavin. Sie muß Speiſe und Trank beſorgen, die Hütte und das Lager für die Nacht zubereiten, Brenn⸗ holz einſammeln, und auf der Reiſe alle Habſeligkeiten, die kleinen Kinder, oft ſogar die Waffen des ſtolz einherſchrei⸗ tenden Gebieters tragen. Fehlt es, was nicht ſelten bei ihnen vorkommt, an Lebensmitteln, ſo iſt ſie faſt allein der hungernde Theil, und wird noch überdies ſchlecht be⸗ handelt. Es iſt daher nicht zu verwundern, daß der weib⸗ liche Köxper, mit wenigen Ausnahmen, ſich nicht ſo vor⸗ theilhaft entwickelt, als der männliche. Nur unter ganz

jungen Mädchen findet man zuweilen wirklich hübſche Ge⸗ ſichter. Die Hauptfarbe beider Geſchlechter iſt ſchwarz oder doch ſehr dunkel, das Haar entweder glatt oder kraus,

aber nie ſo wollig wie beim Neger. Meiſt wird es kurz abgeſchnitten und nach den verſchiedenen Altersſtufen ver⸗ ſchieden, entweder mit Federn, Känguru⸗Zähnen, Hunds⸗ ſchweifen ꝛc. geſchmückt, oder mit rothem Ocher und Fett eingeſalbt. Die Eingeborenen von Victoria(ſiehe Abbild. auf S. 549) laſſen es wild und buſchig wachſen, ohne es zu beſchneiden, und die Männer tragen um Mund und Kinn einen eben ſo verwilderten, krauſen Bart.

Die Bekleidung der Ureinwohner iſt möglichſt ein⸗ fach und beſteht aus den Fellen der Beutelthiere, Kängurus oder Wallabies. Man trägt gewöhnlich nur einen man⸗ tel⸗ oder deckenartigen Ueberwurf, deſſen Größe nach den Jahreszeiten und dem Belieben deſſen, der ihn trägt, wech⸗ ſelt; Viele gehen auch ganz unbekleidet. Die Felle zu die⸗ ſen Mänteln werden erſt an der Sonne ausgeſtreckt und getrocknet, dann zwiſchen den Händen gerieben, und mit Fäden aus den Sehnen des Emu ꝛc. zuſammengenäht. Der Mantel wird, mit der Haarſeite nach außen, über den Rücken und die linke Schulter geworfen und vorn mit einem kleinen hölzernen Pflock zuſammengehalten, ſo daß der rechte Arm zu allen Bewegungen frei bleibt. Die Frauen ziehen das eine Ende unter der Achſelhöhle durch und bilden ſo auf dem Rücken eine Art Sack, um ein klei⸗ nes Kind darin tragen zu können. An der Seeküſte, wo unfruchtbares Land vorherrſcht, und man ſich keine Thier⸗ felle verſchaffen kann, bereitet man die Bekleidungsſtoffe aus Seetang oder Binſen. Der Kopf bleibt in der Regel unbedeckt; nur bei ſehr großer Hitze, oder auf der Reiſe, tragen beide Geſchlechter zuweilen eine Kopfbedeckung von friſchen Baumblättern oder anderen grünen Pflanzen.

Der Charakter der Eingeborenen, wo ſie nicht durch den Umgang mit der gemeinſten Klaſſe der eingewanderten Europäer in Berührung gekommen ſind, und deren Laſter angenommen haben, iſt offen und zutraulich, und ſchon nach kurzer Bekanntſchaft gewinnt man, wenn man ſie zu be⸗ handeln weiß, ihre Zuneigung. Eyre, und andere neuere Reiſende, die längere Zeit unter ihnen verweilten, fanden auf ihren Streifzügen, weit von den Wohnungen weißer Anſiedler, und oft nur von einem einzelnen jungen Bur⸗ ſchen begleitet, ſtets den herzlichſten Empfang, wurden, wenn Jene es hatten, mit Fiſchen, Früchten, Kängurufleiſch beſchenkt, und oft mehrere Meilen weit zu ſolchen Stellen begleitet, wo Waſſer zu finden war. Im Verkehr un⸗

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