Teil eines Werkes 
Band 2
Seite
306
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306 Feierſtunden. 1864.

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den, die Halbinſel Chalkis, ein wunderſchönes Gebirgs⸗ Zellen und Grotten, in welchen gegen 12,000, ſage zwölf⸗ land von 7 Meilen Länge und 4 Meilen Breite, das tauſend Mönche und Religioſe ſich geiſtlichen Studien und ſich gegen die Mitte hin terraſſirt und im Berge Salo⸗ einem beſchaulichen Leben widmeten. Gegenwärtig umfaßt mon gegen 3600 Fuß aufſteigt. Nirgends ſieht man ma⸗ der Mönchsdiſtrikt 21 griechiſche Klöſter, die feſtungsartig leriſchere Berggeſtalten, nirgends ſchönere, freundlichere gebaut, von hohen Mauern umgeben und mit Geſchützen Thäler, als die ſind, welche von hier aus nach allen Rich- verſehen ſind und deren jedes ſeinen eigenen Landungsplatz tungen die Halbinſel durchziehen, die nach Südoſten zu in am Ufer hat; 11 Dörfer oder Sketen und 190 einzelne drei Bergäſte ausläuft, die wiederum eben ſo viele Halb⸗ Zellen und Einſiedeleien, von denen die meiſten der erſteren inſeln bilden. Die erſte oder weſtlichſte der letzteren iſt aus den Zeiten der griechiſchen Kaiſer ſtammen. Die ge⸗ die Halbinſel Palene, jetzt Kaſſandra, wo in der ſammte Mönchsbevölkerung des Athos wird jetzt auf 6000 griechiſchen Vorzeit Petidäa, ſpäter aber auf der Land⸗ Seelen geſchätzt; Türken und Frauen werden auf dem hei⸗ enge, welche die Chalkidike von der Palene trennt, die ligen Berge nicht zugeloſſen, wie den überhaupt kein weib⸗ Stadt Kaſſandra lag. Hier wohnten in der Urzeit die liches Weſen auf der ganzen Halbinſel Zutritt erhält. fabelhaften Giganten oder Rieſen, von denen Strabo be⸗ Die urſprünglich im Walde angeſiedelten Mönche wurden richtet und die Herkules tödtete. Nur wenige griechiſche um 960 durch den Mönch Athanaſius Athonites an Klo⸗ Dörfer, unter denen Valta, ſind noch auf Palene, wo ſterordnung gewöhnt und im Jahre 968 die Abtei Laura, im Alterthum vier blühende Städte lagen. Durch den die erſte des Athos, errichtet. Faſt jede Nation, welche toronäiſchen Buſen, jetzt Golf von Kaſſandra genannt, ſich zur griechiſchen Kirche bekennt, hat hier ein oder meh⸗ wird Palene von der zweiten Halbinſel Sithania, jetzt rere Klöſter, die alljährlich von Schaaren von männlichen Longos, geſchieden, auf welcher einſt Torone lag; und Pilgern beſucht werden, die hier ihre Beichte ablegen(ſiehe der ſingitiſche Buſen, jetzt Golf von Aionoros oder Golf Bild) und den ihnen auferlegten Bußen ſich unterwerfen. Santo führt nach der öſtlichen Halbinſel, die vom alten Die Mönche des Athos hatten ſich ſchon vor der Erobe⸗ Akanthus aus ſich als ein hoher majeſtätiſcher Bergrücken rung Konſtantinopels, eingedenk des Spruches:Seid

gegen Südoſt aus dem Meere emporhebt und im Kap Monte Santo in einem 4260(nach Anderen 6270) Fuß hohen Bergkegel endigt. Es iſt dieſes der Berg Athos,

Hagion⸗Oros oder Monte⸗Santo, der alle Heilig⸗

thümer der griechiſchen Kirche vereinigt. Ueberaus frucht⸗ bare Fluren ziehen ſich nach dem heiligen Berge hin und

unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über euch hat, den Osmannen freiwillig unterworfen und genießen ſeitdem unausgeſetzt des Schutzes der Sultane. Sie zahlen einen jährlichen Tribut von 24,000 Gulden und dürfen eine Schutzwache von 40 bis 50 chriſtlichen Soldaten halten. Der Hauptort des Diſtrikts iſt Kariäs(Karaes), etwa

der Pik ſelbſt, deſſen vulkaniſche Natur ſeine Prachtgeſtalt 100 Häuſer auf einer 2000 Fuß hohen, von bewaldeten

beurkundet, ſchaut majeſtätiſch nach den Kykladen hin. In alter Zeit lagen auf dieſer Halbinſel fünf Städte: Dion, Kleomai, Thyſſos, Olophyxos und Akrathoi und, wie Phyloſtrat berichtet, pflegten ſich auf den Athos eine große Zahl griechiſcher Philoſophen zu begeben, um daſelbſt den Himmel und die Natur beſſer betrachten zu können. Schon in den früheſten Zeiten wählten die Gläubigen der griechiſchen Kirche die Halbinſel Aiomoros als Zufluchts⸗ ort, um abgeſchieden von der Welt hier ganz der Andacht ſich widmen zu können, und in Wahrheit hätten ſie auch nirgends auf der Erde einen paſſenderen Punkt finden kön⸗ nen, die Werke Gottes zu bewundern, ſich von der Welt und ihrem Treiben zu entfernen und ganz den eigenen Ge danken zu leben. Die ganze Halbinſel, deren Hauptgebirgs⸗ art aus Glimmerſchiefer, hin und wieder mit Einlagerungen von Marmor beſteht, iſt mit Zufluchtsörtern für andäch⸗ tige Seelen bedeckt und das Südende des langen Gebirges Athos der eigentliche Mönchsdiſtrikt. Vor Ausbruch der griechiſchen Inſurrektion trug der Athos auf ſeinen Ab⸗ hängen mehrere Flecken, 24 Klöſter und 500 Kapellen,

Abhängen umgebenen Fläche; hier hat der Aga Boſtandſchi ſeinen Sitz, der einzige Muhamedaner des Diſtrikts, durch welchen die Mönche mit der Regierung in Verbindung ſtehen; und hier befindet ſich auch die heilige Synode, 20 Abgeordnete der Klöſter und 4 Präſidenten, aus den Klöſtern im Wechſel gewählt, welche ſich wöchentlich ver⸗ ſammeln; hier findet auch jeden Samſtag ein Markt ſtatt, auf welchem die Mönche, namentlich die der Dörfer, welche keine Güter beſitzen, die von ihnen verfertigten Waaren: Heiligenbilder, Prieſtermützen, Roſenkränze, hölzerne Löffel, Geräthe ꝛc. verkaufen. Nebenbeſchäftigungen der Mönche, außer ſolchen Handarbeiten und Holzſchnitzereien, ſind Wein⸗ und Oelbau, Vieh⸗ und Bienenzucht. Die Religioſen des heiligen Berges, Leute aus allen Nationen, theilen ſich in drei Klaſſen: eigentliche Mönche, welche die Klöſter be⸗ wohnen, Einſiedler, welche in Zellen leben und von den Klöſtern, zu denen ſie gehören, getrennt ſind, und Cöno⸗ biten oder Laienbrüder, die in den Dörfern wohnen und das Land bebauen. Alle befolgen die Regel des heiligen Baſilius. 2.

Das Löwendenkmal bei Bern.

Wer von Luzern über Ebikon nach Zürich geht, er⸗ blickt nicht weit von erſterer Stadt in einer Anlage auf der rechten Seite des Weges das nachſtehend abgebildete Denkmal in einen Felſen gehauen. Daſſelbe iſt von Thor⸗ waldſen entworfen und erinnert an ein Beiſpiel glänzender Tapferkeit und unverbrüchlicher Treue von Seite der Söhne Helvetiens.

Obſchon die Schweiz ſeit drei Jahrhunderten repu⸗ blikaniſche Verfaſſung hatte und ſtets beſtrebt war, dieſelbe

durch gute, auf Freiheit und Gleichheit vor dem Geſetze baſirte Inſtitutionen zu befeſtigen, ließ ſie es doch bis auf die neuere Zeit geſchehen, daß ihre Söhne in fremde Länder zogen und ſich in der Regenten Sold begaben.

Der Pabſt und die Könige von Frankreich und Neapel bildeten aus ihnen eigene Regimenter und verwendeten ſie, da ihre Treue und Tapferkeit genugſam erprobt war, vor⸗ züglich zum perſönlichen Schutz und Dienſte.

Ein ſolches Regiment Schweizergarden ſtand, 950

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