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Feierſtunden. 1864.
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Otto und Beatrice. Otto ſelbſt ging mit Freuden auf den Vorſchlag ein. Beatrice brachte ihm nicht nur die reichen Güter ihres Vaters zu, ſie verband auch die mäch⸗ tige hohenſtaufiſche Partei mit ihm.
So wurde denn am Schluſſe der Reichstage die Kö⸗ nigswaiſe noch einmal in den Saal geführt. Angeſichts der ganzen Verſammlung verlobte ſich Otto mit ihr und ſteckte ihr den Ring an die weiße Hand. Und als er in das Antlitz der jungen Hohenſtaufin blickte, in deren kinder⸗ reinen Zügen die Schönheit des Orients und des Occidents, des germaniſchen und des helleniſchen Stammes ſich ver⸗ eint hatte,— da durchbebte ihn die Ahnung künftigen über⸗ ſchwenglichen Glückes, und aufrichtig war ſein Schwur, der friſchen Roſenknoſpe würdig zu bleiben, die für ihn ſich entfalten ſollte. Sie küſſend als ſeine Braut, ſtellte er ſie der Verſammlung vor mit den Worten:„Sehet hier eure Königin, ehret ſie, wie ihr gebührt!“ Und lauter Jubel antwortete ſeinem Rufe, denn in dieſem Bündniſſe ſah man den Frieden des Reiches geſtiftet, die ſeit faſt einem Jahrhundert feindlichen Parteien der Hohenſtaufen und der Welfen vereinigt.
Aber als nun die hohenſtaufiſchen Waiſen hinwegge⸗ führt wurden aus dem heimiſchen Schwaben, um in Braun⸗ ſchweig, Otto's Erbland, erzogen zu werden, da blickten viele der treuen Vaſallen ihnen mit ahnender Wehmuth nach und fragten ſich, ob die Kinder ihres Herrn wohl be⸗ hütet ſein würden in einem fremden Lande?
In den frommen Mauern eines Kloſters ſorgfältig unterrichtet in Allem, was ihren Geiſt und ihr Herz bil⸗
den konnte, wuchs die Königsbraut heran. Aus dem Kinde
entfaltete ſich die Jungfrau, Vater und Mutter waren ihr entriſſen, um ſo inniger wandte ihr erwachendes Herz ſich dem königlichen Verlobten zu, deſſen Bild ihr im Traum und Wachen vor Augen ſchwebte, wie ſie ihn zu Frankfurt auf dem Throne vor Augen geſehen in der Fülle männ⸗ licher Jugendſchönheit und Kraft, hochgewachſen wie ſein Vater der Löwe, mit dunklem, feurigem Auge, dem welfi— ſchen ſchwarzen, krauſen Haare; wie der gewaltige Mann in tiefer Bewegung ihr den Ring an die Hand geſteckt, ihr den Kuß der Verlobung auf die Lippen gedrückt hatte. Sie war ja die Tochter Irene's; wie dieſe Philipp geliebt, ſo ſchlug ihr junges Herz nur für Otto, ihren Herrn. Dieſer war inzwiſchen nach Italien gezogen, um die Kaiſerkrönung zu empfangen. Aber bei aller Heldenkraft,
die ſeine Adern ſchwellte, hatte der Welfe nicht die hohen- B
ſtaufiſche Großmuth und Klarheit des Geiſtes, nicht Phi⸗ lipps milden, verſöhnlichen Sinn. Die Höhe, zu der er nach vorhergegangener Niederlage durch Philipps Tod ſo unerwartet emporgeſtiegen war, berauſchte ihn und er hielt ſich durch keine Schranke mehr gehemmt. Wortbrüchig ge⸗ gen den Papſt, ſeinen früheren Beſchützer, ſtellte er For⸗ derungen an dieſen, die ſo unbillig kein Hohenſtaufe je ver⸗ langt hatte. Des Bannes lachend, der wider ihn geſchleu⸗ dert wurde, zog er weiter gegen Apulien, um dem vierzehn⸗ jährigen Friedrich II., dem einzigen noch lebenden Hohen⸗ ſtaufen, das Erbreich ſeiner Mutter Konſtanze, Apulien und Sicilien, zu entreißen— weil er fürchtete, daß der Hohen⸗ ſtaufe ihm einmal gefährlich werden könnte.
Aber eben dieſe Gewaltthaten, in Verbindung mit dem Stolze, der Härte und Heftigkeit ſeines Weſens, die man weder an dem milden Philipp noch an dem großmüthigen Rothbart gewohnt geweſen war, brachte ſowohl Italiener als Deutſche wider ihn auf. Da nun auch der päpſtliche Bann das Band des Gehorſams zwiſchen den Völkern und
dem Kaiſer löste, ſah ſich Otto mit einemmale verlaſſen, hörte ſogar, daß der junge Friedrich nach Deutſchland be⸗ rufen werde, um dort die Krone ſeiner Väter zu empfangen.
Jetzt erſchrak Otto freilich; er erinnerte ſich wieder der jungen Hohenſtaufenbraut und wollte durch Vollziehung der Heirath die abgewandten Völker auf's Neue an ſeinen Thron ziehen. Er war dem Eide nicht treu geblieben, den er zu Frankfurt geleiſtet, der reinen Knoſpe werth ſein zu wollen. Die Reize des üppigen Südens hatten ſeine lei⸗ denſchaftliche Natur hingeriſſen. Trunken vom Genuſſe, den ihm der Augenblick bot, hatte er des Glückes vergeſſen, das erſt eine ungewiſſe Zukunft ihm erſchließen ſollte.
Er war zurückgekehrt auf den deutſchen Boden. Die kühle Luft der deutſchen Wälder erfriſchte ihm die Stirn, die im Sonnenbrande des Südens geglüht hatte. Aus den Kloſtermauern empfing er die Kaiſerbraut, und geblendet ſtand Otto, der in ſinnverwirrendem Taumel den Becher wilder Luſt faſt bis zur Neige getrunken, jetzt vor der himmliſchen Schönheit der Jungfrau, die, einer friſchbethau⸗ ten Roſe gleich, in holder Anmuth erblüht war.
Und Beatrice's Auge ſucht vergebens das ſchöne Jüng⸗ lingsantlitz, das ihr auf dem Throne zu Frankfurt entgegen⸗ geſtrahlt hatte. Dieſe von wilden Leidenſchaften durchfurch⸗ ten Züge, dies unſtet brennende Auge, dieſe von Trotz und Bitterkeit gekrümmten Lippen, konnten ſie Otto angehören? War es die brennende Sonne des Südens, waren's die Sorgen der Herrſchaft, die ihn ſo verändert hatten?
Was Minne ſei, welch' ſüßes, hohes Glück ſie gewähre, das empfand Otto erſt, da er Beatrice ſah; die Sinnen⸗ luſt, der er bisher gefröhnt, hatte ſein Herz ja nur öde und leer gelaſſen. Mit Beatricens Beſitz ſollte Alles neu in ihm werden. Und weshalb ſollte er die Vergangenheit nicht von ſich werfen, nicht ein neues Leben im neuen Glücke beginnen? In dieſen Gedanken mochte Otto Beatrice, umgeben von dem glänzenden Gefolge von Fürſten und Völkern, zur Kirche führen— 7. Auguſt 1212—, wo der Biſchof am geſchmückten Altare die in banger Ahnung bebende Hand der holdſeligen Braut in die ſeinige legte, wo die Neuvermählten niederknieten, um Gottes Segen für ihren Bund zu erflehen!
Sie kehrten zurück in den Hochzeitſaal, wo die Blu⸗ mengewinde dufteten, wo die herrlichen Gefäſſe ſtrahlten, wo Saiten- und Hörnerklang feſtlich ertönten. Man ſetzte ſich. Jubelnd hob die fürſtliche Geſellſchaft die funkelnden e empor, um unter dem Schmettern der Drommeten das Wohl des Kaiſerpaares zu trinken. Auch Oõtto und Beatrice ſetzten die Pokale an die Lippen,— ein Schauer durchrieſelte die kaiſerliche Braut, als ſie ihn abſetzte. Immer bleicher, immer ſtummer ſaß ſie an der Seite des Gemahls, bis ihre Augen ſich ſchloſſen und ſie ohnmächtig hinweggetragen wurde.
In Schrecken und Beſtürzung verwandelte ſich der Feſtesjubel. Woher kam die plötzliche Krankheit? was war der Kaiſerbraut zugeſtoßen? Während das ängſtliche Flü⸗ ſtern der Gäſte dies fragte, ſtand Otto wie ein Geächteter, den Gottes Gericht getroffen, an dem Bette der mit Todes⸗ ſchauern ringenden Braut. Nicht in ſeinen Armen ſollte die holde Roſe verwelken. Sie erblich am vierten Tage der Hochzeit. Niemand wußte die Urſache ihres Todes, den Namen der Krankheit zu nennen; man flüſterte nur: eine italieniſche Buhlerin, die Otto mitgebracht, habe in wilder, raſender Eiferſucht, da ſie ſah, wie das Herz des Kaiſers ſich der holden Braut zuneigte, Gift in ihren Becher
geworfen. Eine Beſtätigung erhält dieſe Sage, die ſich
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