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8 Feierſtunden. 1864.
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ja Chriſtabend, und das Chriſtkindlein pochte ſchon allzu bedeutſam an den Fenſtern, wir aber gingen mit den Klei⸗ nen, in deren Adern bereits Queckſilber rollte, in die Vor⸗ halle, wo das Läuten eines Glöckleins das Weihnachtsſpiel verkündete, welches dort ſehr üblich iſt.(Siehe Bild S. 9,) Ein Bauernmädchen, weiß gekleidet, ſtellt den Engel vor, der den Hirten im Felde erſchienen; wenn auch dieſe in ihrer Tracht orientaliſchen Schäfern gänzlich unähnlich ſind, ſo wird das auf der Puszta nicht ſo genau genommen, und ſo wandert die Gruppe von Thür zu Thür. Sind ſie ein⸗ getreten, ſo werfen ſich die Hirten vom Glanze des Ster⸗ nes— in ſpeziellem Falle einer Laterne— geblendet dar⸗
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ieder, und der Engel ſingt ein entſetzlich langes Lied höchſt
ſchwermüthig ab, von Nazareth, von Maria und Jeſus. Iſt das vorüber, ſo erheben die armen Schäfer ſich, indem ſie die blauen Hoſen vom Staube reinigen, nehmen die kleine Gabe, die ihnen gereicht wird, und Engel und Hir⸗ ten trollen ſich in gemüthlicher Eintracht, wenn nicht etwa am Ende die Finanzfrage eine Kriſis heraufbeſchwört. Doch wir eilen zum Chriſtbaum. Ei, wie der flim⸗
mert und glänzt, und gleich ihm die Augen der Kinder,
und wohl auch der Eltern. Auch ich habe meinen Theil bekommen an niedlichen Sachen, worunter ich eine nette Stickerei allem Andern vorziehe, weil..... ich habe
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(Zu Seite 7.)
aber auch gegeben und nur ein mittelſt Tüchern verhülltes Ding, einer Kiſte ähnlich, das eben hereingebracht wird— iſt Allen, außer mir, ein Räthſel.»Tessék nagyanya,« ertönt meine Stimme.(Belieben Sie, Großmutter.) Und als die Erſtaunte das Tuch wegziehen will von dem ihr verehrten Geſchenke,„Kikeriki“ ruft's da mit urkräftiger Stimme, ein mächtiger Cochinchinahahn ſammt Gemahlin präſentiren ſich vor den Augen der Erſchrockenen. Ich aber hatte den Nagel auf den Kopf getroffen, denn Großmütter⸗ chens Freude war ja ihr Hühnerhof, und ſie ſah und hörte wohl ſchon im Geiſte die Kinder und Enkel dieſes präch— tigen Paares in demſelben ſcharren und gackern! Kikeriki, Kikeriki!
Als dies nun vorüber und des Chriſtbaumes Lichter erloſchen— mein Gott, was erliſcht nicht Alles und ver⸗
geht im Leben— da rüſtet man zum Aufbruch, aber nicht in die Schlafgemächer, nein— in die Schule! Wir wol⸗ len zwar nimmer wieder erlernen das A⸗B⸗C und das kleine
gen Lehrers Schickſal empfunden. Die lieben Kinder aber, die das noch nicht probirt, haben ja Feiertag!
Genug denn— in die Schule! Hell iſt's erleuchtet, das freundliche große Gemach, auf dem Tiſche des Kathe⸗ ders liegt eine Menge Gegenſtände mit Tüchern überdeckt, auf welche die Augen von hundert in den Bänken ſitzenden kleinen Knaben und Mädchen erwartungsvoll blicken. Alle ſind ſie in ihr Feiertagsgewand gekleidet, die Knaben in Anzüge von Leder oder blauem Tuche, je nachdem ſie der ungariſchen und ſerbiſchen oder der ſchwäbiſch⸗deutſchen Na⸗
Einmaleins, ſind wir doch Alle ſchon in die Schule des Lebens gegangen und haben manchen Ruthenſchlag des ſtren⸗
lionalit farbige die hüt gen Kü großen wärts nehmer ſtädtiſe bergeld tergru Elter- ſo da
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