Heft 
(1859) 11 11
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Feuilleton. 351

Sache machte. Er wußte ſie unter glaubhaftem Vor⸗ wand in ein abgelegenes Haus bei Aups zu locken, nachdem dasſelbe vorher unterhöhlt und mit Pulver an⸗ gefüllt worden war. Nachdem die Räuber ſich dort ein⸗ funden hatten, wußte der Vertraute ſich zu entfernen, legte Feuer an die Miene, und ſo wurden vierzig⸗Men⸗ ſchen in die Luft geſprengt.

Eine merkwürdige Kaffeemühle kann man in dem Laden eines Krämers zu Newyork ſehen. Da erblickt man drei Eichhörnchen in einem eylinderförmi⸗ gen Drahtkäfig, wo die Achſe von vier Fuß auf kleine Räder wirkt, welche die Kurbel einer Kaffeemühle in Bewegung ſetzen. Ein Eichhörnchen kann mittelſt dieſer ſinnreichen Maſchine durch ſein Herumſpringen ohne die mindeſte Anſtrengung in jeder Stunde ein Pfund Kaffee mahlen. Man ſchätzt in dieſer Kombination die Kraft eines Eichhörnchens auf 64 Pfund.

Ein Schulze aus der Pr. Holländer Gegend wurde wegen Jagdkontravention angeklagt, weil er auf ſeinem Grund und Boden, auf welcher die Jagd ruhte, einen Haſen mit den Händen gegriffen und mit nach Hauſe genommen hatte. Um ſich von der Beſchuldigung zu befreien, gab er vor Gericht an, daß er das Thier rein aus Humanitätsrückſichten aufgegriffen habe; denn dasſelbe habe an einem Beine eine Verletzung, wahr⸗ ſcheinlich in Folge eines erhaltenen Schuſſes, gehabt, welche er dem Thiere durch Anlegung einer Schiene habe kuriren wollen; es ſei ſeine Abſicht geweſen, demſel⸗ ben die Freiheit wieder zu geben. Der erſte Richter nahm ſolchen Einwand als nicht ſtichhaltig an, ſondern er⸗ kannte gegen den Angeklagten auf 5 Thlr. event. fünf⸗ tägige Geſängnißhaft. Auf die Appellation des Ange⸗ klagten beſtätigte auch das königsb. oſtpr. Tribunal das erſte Urtheil; denn auch dieſem Gerichtshofe iſt der Einwand des Angeklagten nicht ſehr plauſibel er⸗ ſchienen. 4

Anekdoten.

Zur letzten Pariſer Gemäldeausſtellung war auch eineEva vor dem Sündenfalle eingeliefert und zwar von einer Dame gemalt, was die Jury ſehr indolent fand und deßhalb das Bild zurückwies. Es machte ſich aber zu Gunſten der Gekränkten eine Oppo⸗ ſition geltend, und dieſe meinte, ein ſolches Prinzip könne nicht durchgehen, dergleichen ſei für die Künſtler eine Frage des Brodes.Nicht doch, erwiederte die Jury,es iſt eine Frage des Fleiſches.

Die Frau eines Reichen wollte ſich eine koſt⸗ bare Uhr kaufen. Der Kaufmann zeigte ihr mehrere und pries vorzüglich eine reich mit Diamanten beſetzte, welche noch obendrein 36 Stunden ginge.In einem Tage? fragte die Dame naiv.

Ein Bauernknabe war bei ſeinem Pathen zur Kirmſe geweſen. Bei ſeiner Heimkehr entſpann ſich fol⸗ gendes Geſpräch zwiſchen Vater und Sohn:Nun, Gottfried, da biſt Du ja! wie war'ſch?Nu, ſcheene. Was habt Ihr den gegeſſen?Schweinebra⸗ ten.Nu, das war ja was für Dich. Da haſt De gewiß recht zugelangt?Ne!Warum denn nicht?'s iſt ja ſonſt Dein Leibeſſen.Er war ſu fett, mer kunnten'n gar nich eſſen.Nu, was habt Ihr denn da gemacht?Mer aßen'n doch.

Ein Schulmeiſter auf dem Lande, leſen wir in ſchwäbiſchen Blättern, examinirte einen Knaben über ſeine im Addiren gewonnenen Kenntniſſe. Als Reſultat dieſes Examens ergab ſich folgendes Zwiegeſpräch: Schulm.: 2 und 1 Peterle? Peter: 3. Schulm.: 3 und 12

Peter: 4. Schulm.: 4 und 12 Peter: neune. Schulm.: Falſch; Peterle 4 und 12 Peter: achte. Schulm.: Eſel! wenn du vier Stückla Brod geſſa haſcht, und dei Muatter gibt der no eis derzu, wie viel haſcht no? Peter: Derno han i gnuag.

Fragen und Autworten. Warum kann ein Menſch, der ſich eine Frau ſucht, niemals ein Sklave

ſein? Weil er ein Freier iſt. Welche Aehn⸗ lichkeit iſt zwiſchen den Augen eines ſentimentalen Men⸗ ſchen und den ſchlechten Soldaten im Kriege? Sie

gehen leicht über. Warum ſind vornehme Damen die beſten Patriotinen? Weil ſie viel fürden Staat ausgeben. Warum brauchen arme Leute nicht ſoviel zu ſprechen als wohlhabende? Weil ſie von jenen unterhalten werden müſſen.

Als der verſtorbene große Devrient noch in Breslau engagirt war, quälte ihn ein junger, gänzlich talentloſer Menſch fortwährend um eine Rolle. Devrient befahl ihm denn eines Abends, als grade ein Stück von Iffland gegeben wurde, in eleganter Kleidung auf die Bühne zu kommen, um in der Vorſtellung mitzuwirken. In der Garderobe heftete Devrient dem Kunſtjünger einen großen Orden auf die Bruſt, ſtellte ihn hinter die Couliſſen und antwortete ihm auf alle Fragen, was

er zu thun habe, nichts als:Das werden Sie ſchon

ſehen. Im fünften Akt endlich ſagt einer der Schau⸗ ſpeiler auf der Szene:Das muß der Präſident er⸗ fahren.Hören Sie, ruft Devrient dem jungen Di⸗ lettanten zu,jetzt war von Ihnen die Rede. Der Prä⸗ ſident ſind Sie! So nun kleiden Sie ſich aus, und gehen Sie ruhig nach Hauſe, Sie haben recht gut geſpielt!

Der Zufall hat oft ſeine humoriſtiſche Laune; dieß beweiſen vor Allem manche Druckfehler. So ſollte z. B. vor Kurzem die Ueberſchrift eines Leitartikels in einer politiſchen Zeitung lauten:Deutſchland rüſtet. Der Setzer ſetzt:Deutſchland vaſtet und nach ge⸗ ſchehener Korrektur heißt es richtig:Deutſchland ro⸗ ſtet. Dieſer Druckfehler hat übrigens wohl ebenſowenig ominöſe Bedeutung, wie ein anderer, welcher in der erſten Ausgabe der Gedichte eines unſerer größten jetzt leben⸗ den Poeten ſich eingeſchlichen hatte. Das erſte Gedicht, eine Art Pxolog, ſollte mit den Worten anfangen:Lie⸗ der ſind wir; allein es fiel das i der erſten Silbe aus und nun hieß es:Leder ſind wir. Das i wurde freilich ſpäter wieder eingeſchaltet, aber unglücklicher Weiſe am unrechten Platze und ½ Gedichte führten ſich nun mit den Worten ein:Leider ſind wir. Einen der komiſchſten Druckfehler brachte ein älteres Buch, das mit einer Art Selbſtironie das lange Druckfehlerver⸗ zeichniß mit der Ueberſchrift eröſfnei.Dreckfuhler.

Biografieen von Zeitgenoſſen.

Graf Cavour.

Der Vater des jetzigen ſardiniſchen Premierminiſters war Getreidehändler in der Grafſchaft Nizza, und wurde erſt vom Könige Karl Albert in den Adelsſtand erhoben. Camillo Cavour wurde 1809 in Turin geboren, und empfing dort ſeine wiſſen⸗ ſchaftliche Ausbiltung, welche er auf Reiſen in Frankreich und England zu erweitern bemüht war. Staatswiſſenſchaften und namentlich der Nationalökonomie wandte er ſich mit Vorliebe zu und ſeine Kenntniſſe auf dieſen, damals in Piemont noch wenig gepflegten Gebieten, trugen vorzüglich dazu bei, ihm früh⸗ zeitig eine hervorragende Stellung zu verſchaffen. So gehörte er zu den Gründern der Associacione Agraria, welche neben