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digen und ſo nes Küfigs ſeine Lang⸗ er der unge⸗ überſtrahlt, Jugendzeit? um ihn zü
zu erhalten, daß die neueſten und bedeutendſten Kunſt⸗ produkte zur möglichſt gelungenen Aufführung gebracht werden. In der erſten Bäffte dieſes Zeitraumes kon⸗ centrirt ſich jene auf unſere Kunſtzuſtände ſo wohl⸗ thätig wirkende Thätigkeit vorzugsweiſe in den Leiſtun⸗ een zahlreicher, achtbarer Dilettanten, die unter einer zuunſterglühten energiſchen Leitung vereint, zuweilen dem Muſiker Hochgenüſſe bereiten, die man kaum einen der ſtabil hier beſtehenden Kunſtinſtitute nach deren jetziger Verfaſſung zumuthen könnte. Wir meinen hier vorerſt den Cäcilienverein, dem wir durch eine lange Reihe von Jahren faſt ausſchließend das Verdienſt zu⸗ ſchreiben müſſen, daß er die bemerkenswertheſten Ton⸗ werke der Gegenwart hier zur erſten Aufführung brachte, auf welche wir ſonſt, wenn nicht für immer verzichten, ſo doch ſonſt eine ſehr lange Zeit hätten warten können. Wir hörten in den dießjährigen zwei erſten Vereins⸗ konzerten Schumanns hochpoetiſche:„Pilgerfahrt der Roſe“(zum Erſtenmal), dann die Muſik zu„Oedipos auf Kolonos“ von Mendelsſohn. Bis auf die Solo⸗ Geſangs⸗ und die Blasſtimmen des Orcheſters, welche von renommirten Opernkräften ausgeführt wurden, haben ſich in der übrigen großen Enſemblemaſſe der Vokaliſten und Inſtrumentaliſten an dieſer Produktion nur Dilet⸗ tanten betheiligt. Durch Vermittlung dieſes Vereines, der unſer Publikum auch zuerſt mit Wagners Kom⸗ poſitionen bekannt machte, wird gleichſam ein geiſtiger muſikaliſcher Rapport zwiſchen unſerer Hauptſtadt und dem übrigen Norddeutſchland erhalten, und es hat die⸗ ſer Umſtand vieles dazu beigetragen, daß Prag ſich ſo bald und die erſte unter den Städten der Monarchie mit den, beſonders auf dem Felde des muſikaliſchen Drama in der neueſten Zeit geltend gemachten bedeu⸗ tenden und zeitgemäßen Reformen befreundet hat. Ein anderer Verein, die Sofienakademie, der neben dem Elementargeſangsunterrichte bekanntlich die Emporhe⸗ bung des klaſſiſchen und vorzugsweiſe des Kirchengeſan⸗ ges tendirt, hat auch bereits in dem erſten Konzerte dieſes ſein lobenswerthes Streben in erfreulicher Art dargethan. Aus der Zuſammenſetzung dieſer jetzter⸗ wähnten Dilettantenkräfte mit jenen des Theaters und des Konſervatoriums geſtalten ſich gleichſam unter den Auſpicien der prager Tonkünſtlergeſellſchaft alljährlich zwei große Konzertproduktionen, deren eine vor kurzem, zu Weihnachten ſtattfand und uns unter der bewährten Leitung des Kapellmeiſters Hrn. F. Skraup Hillers meiſterhaftes Oratorium:„Die Zerſtörung Jeruſalems“ in der großartigſten Tonwirkung erſcheinen ließ. Von Enſembleaufführungen ſtehen uns noch in der zweiten Hälfte der Eingangs erwähnten Saiſon die Leiſtungen des Konſervatoriums und(in der Regel) jene des Thea⸗ terorcheſters in den vielen Wohlthätigkeits⸗Konzerten, wie auch die Faſtenproduktionen der zahlreichen Privat⸗ inſtitute Prags bevor. Eine beſondere Zierde im Ge⸗ biete der Kammermuſik und einen ſtets von allen Mu⸗ ſikern alljährlich heißerſehnten Kunſtgenuß gewähren die von dem trefflichen Cellovirtuoſen Profeſſor Golter⸗ mann im Vereine mit den Herren Bennewitz, Paulus und Kindl veranſtalteten Quartettſoiréen. Dießmal wurden nebſt den bereits auf dieſem Felde bekannten Kompoſitionen von Haydn, Mozart, Spohr, Mendels⸗ ſohn auch als Novitäten zum Erſtenmal Beethovens grandiöſes Opus 127, dann ein Quartett von Volkmann und das Preisquartett in G-moll(mit Klarinet) unſeres eachteten Theaterkapellmeiſters Hrn. Tauwitz aufge⸗ führt. Auch gab es bereits Klavierkonzerte zweier jugend⸗ lichen Virtuoſinen und eines fahrenden Pianoaccrobaten, die wir als ſolche einfach notiren. M.
Feuilleton. 91
Miszellen.
Literatur und Kunſt.
Grillparzer feiert am 15. d. M. ſeinen 68. Ge⸗ burtstag. Derſelbe hat drei Trauerſpiele vollendet: „Libuſſau,„Die Jüdin“ und„Rudolf II.“; er iſt feſt entſchloſſen, dieſelben, ſo lange er lebt, nicht zur Auf⸗ führung zu bringen.— So berichtet die„Aut. Correſp.“
Der Orientaliſt Salomon Munk, ein ge⸗ borener Preuße, iſt zum Mitgliede des pariſer Inſtituts (Akademie) ernannt worden. Derſelbe beſchäftigt ſich jetzt, ungeachtet er ſchon ſeit einigen Jahren durch allzu anſtrengende Studien des Augenlichtes beraubt iſt, mit Herausgabe der philoſophiſchen Werke arabiſcher und hebräiſcher Schriftſteller des Mittelalters. Er iſt auch Mitglied des iſraelitiſchen Central⸗Konſiſtoriums zu Paris, bei welchem er noch die Stelle eines Sekretärs vertritt. Er iſt der erſte Jude, welcher Mitglied des Inſtituts geworden.
G. H. Lewes, der Biograf Goethe's, iſt mit einer engliſchen Ueberſetzung der Werke Spinoza's be⸗ ſchäftigt.
Gottfried Kinkel gibt mit Anfang dieſes Jah⸗ res in London ein deutſches Wochenblatt heraus, das „Hermann“ heißen wird. Außer der Politik ſoll beſon⸗ ders das Ziel in's Auge gefaßt werden, von deutſchen Erfolgen in Leben, Kunſt und Wiſſenſchaft Bericht zu geben, zumal wenn ſie von Landsleuten im Auslande errungen worden ſind.
Jules Janin hat zu Neujahr ein Buch heraus⸗ gegeben:„Rachel et la Tragédie“. Man hat geſagt, Janin habe die Rachel„erfunden“; jedenfalls war er der Erſte, der im Auguſt 1838 im„Journal des De⸗ bats“ Lärm von ihr ſchlug.
Dr. Franz Lißt hat die Direktion der Oper in Weimar niedergelegt. Veranlaſſung zu dieſem Schritte war die ausgeſprochene ungünſtige Aufnahme einer von ihm dirigirten, von einem ſeiner Schüler komponirten neuen Oper:„Der Barbier von Bagdad““, Peter von Cornelius. Dr. Lißt wird nur noch die Konzertauffüh⸗ rungen der Hofkapelle dirigiren.
Nach Ira Aldridge's Gaſtſpiel in Petersburg wird das des Herrn Daviſon erwartet.
Nächſten April ſoll in Paris ein großes Sän⸗ gerfeſt ſtattfinden. 208 franzöſiſche Geſangvereine mit 7000 Mitgliedern ſollen ſich an demſelben betheiligen. An der Spitze dieſes Unternehmens ſtehen die Herren Vaudin, Redakteur des„Pays“ und des„Orpheon“, und Delaporte, Präſident der Societé Chorale don Pa⸗ ris. Meyerbeer, der ſich dafür ſehr intereſſirt, hat einen. Chor für dieſes Feſt geſchrieben, der von den 7000 Sängern vorgetragen werden ſoll. Der Text desſelben iſt von Vaudin.
In Treviſo iſt eine neue Oper des über 80 Jahre alten Pacini:„Il Saltimbanco“ mit Enthuſiasmus auf⸗ genommen worden. Paeini wurde 25 Mal gerufen.
In Belgien ſind die Induſtriellen und Künſtler, namentlich die Maler, ſchon offiziell benachrichtigt wor⸗ den, daß im Jahre 1861 in London eine Weltausſtel⸗ lung ſtattfinden ſoll, mit beſonderer Berückſichtigung der ſchönen Künſte. Uebrigens würden nur Gegenſtände, die wirklichen Fortſchritt beweiſen, aufgenommen und die eingeſandten Arbeiten nach den verſchiedenen Gat⸗ tungen klaſſifizirt aufgeſtellt werden, nicht nach den Län⸗ dern, aus denen ſie herrühren.
Anna Schikaneder. Längſt vergeſſen und kaum mehr genannt, friſtet in Regensburg ſeit vielen Jahren
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