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ſcholl, jauchzte das Schiffsvolk in der Docke am Billings⸗ thore nach. Der Lärm ward bis in die Fiſchergaſſe ge⸗ hört, wo eben in einem Eckhauſe des krummen Gäßchens die ſchöne Thekla bei offenem Fenſter ſaß. Mit jedem Geſchrei ſchrak ſie auf, und der Gedanke zu entfliehen, dem ſie in unruhiger Angſt nachhing, wurde dringlicher. Sie hob mehrmals, wie zu fragen, den dunkeln Blick von dem fertigen Kranze nach einem Bild empor, das uͤber dem Schmucktiſche auf alten flanderiſchen Tapeten hing. Endlich ſtand ſie auf und heftete mit bebender Hand den Kranz unter das Bild.— Rosmarin des An denkens! flüſterte ſie, und plötzlich ſtürzten ihr die Thrã nen heiß über die Wangen.— Ja, ich fliehe, Schweſter! rief ſie laut. Halte mich nicht mit deinem wehmüthigen Blick auf, Roſalie; frage nicht mit deinem ſchmerzlichen Munde, wohin ich will oder kann. Laß nur! Wo ich auch zu Grunde gehen mag! Gerade der Tod nur könnte uns wieder vereinigen. Laß kommen, was da wolle! Blindlings will ich mich in das ſtrudelnde Leben ſtürzen, auf Alles gefaßt, in das Bitterſte ergeben, wenn ich nur nicht dein Andenken noch länger geſchmäht ſehe. Bitte du bei der heiligen Thekla für mich: du biſt reumüthig geſtorben, und gewiß den Heiligen nah.
Abermals ein Lärmen die Fiſchergaſſe herauf. Thekla eilte an das Fenſter; das Spiel ſchien aus zu ſein. Un
entſchloſſen rannte ſie hin und wieder. Sie öffnete eine
Schmucklade, aus der ſie eine Summe Geldes zu ſich
nahm. Ein Dolch wurde flüchtig eingeſteckt. Zögernd und mit bedenklicher Miene holte ſie ein Käſtchen hervor
S S
e ſah nach dem Bild auf, als ob ſie fragte: darf ich?


