Jahrgang 
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und da kein Ja herabnickte, öffnete ſte den Deckel, als er⸗ warte ſie vom Inhalt eine Antwort. Da lag nun ein werthvoller Schmuck enthüllt, unverkennbar derjenige, der auf dem Bildniß um den ſchönen Nacken der Schweſter mit treuer, niederländiſcher Kunſtfertigkeit gemalt war. Iſt

es unrecht, wenn ich das fragte ein feuriger Blick nach dem Bild hinauf. Dir war er geliehen; er iſt ver⸗ dient mit unzähligen. Sie wollte Sünden ſagen,

aber die Lippe zuckte das Wort Schmerzen heraus. Ich nehme ihn als dein Vermächtniß. Dieſe theuern Steine u Kann ich betteln? Wovon ſoll ich die Ueberfahrt nach Frankreich oder nach Hauſe beſtreiten?

Sie ſchloß raſch das Käſtchen, und ſteckte es eiligſttt über dem Gürtel ein. Im anſtoßenden Gemach durch⸗ wühlte ſie noch einige Behälter, bis Stimmen unten im Hauſe laut wurden. Sie warf einen Mantel um, und befeſtigte ihn mit dem Haken über der Bruſt; dann rie⸗ gelte ſie mit einem Abſchiedsblick nach dem Bild die Stu⸗ benthüre auf.

An der ziemlich dunkeln Treppe ſtieß ſie auf einen Mann, vor welchem ſie erſchrak. Ein ſchlanker Fünfziger, in hofgemäßem Anzuge und von feinem Anſtand. Er kam eben aus dem Parisgarten, höchſt verſtimmt, daß ihn die Königin aus ihrem Gefolge hatte wegweiſen laſſen. Betroffen über Thekla's Anzug und Ausſehen, winkte er den Diener hinweg, und führte die Flüchtige mit ſich ins Zimmer zurück. Was haſt du im Sinne, Thekla? Wie kommſt du mir vor? fragte er nicht aufs Freundlichſte

Ich habe einen Ausgang, antwortete ſie kurz.

Du? In der fremden Stadt? Zum erſten mal heut?