Jahrgang 
2
Einzelbild herunterladen

16 Lord Stallmeiſter, und nun reitet Ihr meinen. Ich weiß nicht, lieber Eſſex, ſind deine Worte verſöhnlicher oder nur größere Heuchler, als deine Blicke. Aber, es iſt dir nicht genug, übermüthiger Freund, daß ich deine letzt⸗ hin vorgebrachten Gründe einſehe? Ja wol, wie du ge ſagt haſt, der Lord Montjoy iſt im Felde wenig er⸗ fahren; er hat mehr den Studien obgelegen, als den Waffen; in den Niederlanden hat er ſtets nur als Unter⸗ befehlshaber gedient; überdies fehlt es ihm an Vaſallen und Geld für ſo viel Ausgaben eines Oberbefehlshabers in Irland. Nein, Graf, ich bin ganz Eurer letzten Meinung, Ihr müßt nach Irland. Ich hoffe, Ihr werdet ein Ohr für Euern eigenen Verſtand, für Eure eigene Einſicht haben, wenn Ihr ſie als Echo aus dem Munde Curer gnädigen Königin vernehmt. Bei dieſen Worten ſah ſie lächelnd nach meinem Ohre, und ſoll⸗ tet ihr's glauben, der ſtolze Knorpel brannte aufs Neue von ihrem ſpöttiſchen Blicke. Ich entſchuldigte mich; ich ſprach ſo wegwerfend von mir ſelbſt, ich ſchob ſo viel Bedingungen vor, und lief doch hinter denſelben wieder weg, daß die Königin endlich vor Aerger roth wie ein Krebs wurde. Und von dieſem Moment an hörte mein Ohr auf zu brennen. Sir Francis, das iſt eine Sym⸗ pathie, das iſt ein Räthſel der Natur für einen Philo⸗ ſophen. Zuletzt bat ich mir einige Bedenkzeit aus, nicht zu Gunſten der Königin, ſondern meines Ohrs. Wenn dies nämlich Stand hält, und nicht mehr brennt; ſo nehme ich vielleicht den Kommandoſtab an.

Die Gräfin hatte die Herren in den Garten einladen laſſen. Indem ſie nun dahin gingen, fragte Southamp

ton, mit

3 nahn hielt aus ſchild Mon redne danr Ihr letzte thun